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Belastung durch Reaktivierung – RB 35

 

Zusagen sind einzuhalten! Als Mitglied im Ausschuss für Infrastruktur und Landesplanung dürfte ich mich in  der Vergangenheit auch mit der Reaktivierung eines Streckenabschnittes  der RB35 in Bad Saarow befassen. In diesem Zusammenhang erhielt ich eine Einladung mir die Situation vor Ort anzuschauen und sagte mein Kommen zu. Der Einladung konnte ich erst jetzt nachkommen. und damit meine Zusage einhalten.

Herr Ostermann und Herr Hensler vom NABU haben mir in einer Begehung erläutert, welche Probleme den Anwohnern unter“ den Nägeln“ brennen.

Seit dem 12. Dezember 2021 hat die Stecke Fürstenwalde (Spree)-Bad Saarow-Klinikum einen weiteren Haltepunkt bekommen. Nun fahren die Züge bis zum Haltepunkt Bad Saarow-Pieskow. Während vielerorts die Bürger*innen erfreut über weitere Haltepunkte der Bahn sind, macht genau dieser zusätzliche Halt die Anwohner in Bad Saarow nicht nur glücklich.

Gleich neben den Gleisen ist in den letzten Jahren ein Wohngebiet entstanden. Den jetzigen Anwohnern und Eigentümern wurde in der Vergangenheit versichert, dass dort zukünftig keine Bahn mehr fahren wird, obwohl bekannt war, dass der Streckenabschnitt „entwidmet“ ist.

Wie bekannt, kam es anders! Ein vorbei fahrender Triebzug verursacht bekanntermaßen auch Lärm. Der Lärm, wie befürchtet, ist jedoch nicht die einzige Beeinträchtigung, sondern die Vibrationen, welche von den vorbei fahrenden Triebfahrzeugen verursacht werden. Bevor die Bahn, seitens der Scharmuetzelseebahn GmbH reaktiviert wurde, gab es schon Hinweise und Bitten der Anwohner, die Gleisanlagen mit Schwingungsdämpfern zu versehen. Diese Forderungen der Anwohner fanden jedoch keine Berücksichtigung.

Die Anwohner wären wohl schon zufrieden, wenn auf dem betroffenen Streckenaschnitt (400 m) verpflichtend die Höchstgeschwindigkeit abgesenkt würde und somit mit maximal 40 km/h Höchstgeschwindigkeit Lärm und Vibration vermieden würden. Seitdem die Bahn im Stundentakt fährt, nehmen die Anwohner wohlwollend zur Kenntnis, wenn Triebfahrzeugführer situationsbeding das Tempo drosseln. Alle sind froh, dass es diesen Bahnanschluss gibt und ich weiß, um die Anstrengungen Bahnstrecken wieder zu reaktivieren.

Ich danke Herrn Ostermann und Herrn Hensler für den Einblick vor Ort und wünsche Ihnen, dass sie gemeinsam mit der Scharmützel Seebahn GmbH und der Gemeinde Lösungen finden, die allen Beteiligten gerecht werden. Das Beispiel RB 35 macht aber auch deutlich, dass „neue“ Infrastruktur für den öffentlichen Personennahverkehr auch ein „Potential“ an Konfliktstoff birgt. Dies sollte jedoch uns nicht davon abhalten neue Infrastruktur zu schaffen. Die Beteiligungsprozesse müssen jedoch sicherstellen, das Konflikte gelöst oder möglichst erst garnicht entstehen.