Wälder müssen klimastabiler werden – Pflanzaktion im Kirchenwald bei Tietzow

Auf Einladung von Johannes Funke, Fraktionsmitglied, habe ich mich in diesem Jahr erneut an einer besonderen und inzwischen bewährten Tradition beteiligt: unserer gemeinsamen Pflanzaktion für einen stärkeren, widerstandsfähigeren Wald in Brandenburg. Unter dem Motto „Wälder müssen klimastabiler werden“ trafen wir uns im Kirchenwald bei Tietzow – einem idyllischen Ortsteil von Nauen – um erneut ein sichtbares Zeichen für aktiven Klimaschutz und nachhaltige Forstwirtschaft zu setzen.

Bereits zum fünften Mal habe ich zusammen mit Förster Thomas Meyer eine Pflanzaktion organisiert bzw. begleitet. Gemeinsam mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern haben wir 200 Roteichen und 200 Rotbuchen gepflanzt. Für viele mag das zunächst eine symbolische Zahl sein – für den Wald jedoch ist jeder einzelne Baum ein Schritt in Richtung Zukunft.

Die zeitliche Nähe zum Weltklimagipfel in Brasilien verlieh der Aktion zusätzlichen Nachdruck. Während dort globale Strategien verhandelt wurden, haben wir hier vor Ort die Schaufeln in die Hand genommen. Klimaschutz passiert nicht nur auf den großen Bühnen, sondern vor allem in den Gemeinden, in den Wäldern und durch das Engagement der Menschen, die hier leben.

Es ist kein Geheimnis: Der Wald in Brandenburg ist angeschlagen. Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, wie verletzlich unser Ökosystem Wald geworden ist. Dürreperioden, extreme Hitze, Schädlingsbefall – insbesondere durch den Borkenkäfer – und sturmbedingte Schäden setzen den Beständen massiv zu. Viele Flächen bestehen noch immer aus Kiefernreinbeständen, die besonders anfällig für die Folgen der Klimakrise sind.

Brandenburg steht damit beispielhaft für viele Regionen Deutschlands: ein Wald, der gleichzeitig Erholungsraum, Wirtschaftsfaktor, Klimaschützer und Lebensraum ist – und der zwischen diesen Funktionen zunehmend unter Druck gerät.

Mein Standpunkt ist klar:
Es reicht nicht aus, nur wieder aufzuforsten. Wir müssen Wälder neu denken:

  • vielfältiger,
  • widerstandsfähiger,
  • besser an Trockenheit angepasst,
  • biodiverser,
  • und nachhaltig nutzbar.

Dazu gehört der gezielte Aufbau von Mischwäldern, die der Klimawandel nicht so leicht aus dem Gleichgewicht bringt.

Die Kombination aus Rotbuche und Roteiche, die wir in Tietzow gepflanzt haben, ist ein gutes Beispiel. Beide Arten haben unterschiedliche Stärken, reagieren verschieden auf Wetterextreme und ergänzen sich im langfristigen Wachstum. Genau diese Vielfalt macht einen Wald stabil.

Warum die Mischung entscheidend ist – ein Blick in die forstliche Praxis

Ein Zukunftswald besteht aus Bäumen, die:

  • tiefere Wurzelsysteme entwickeln, um Trockenzeiten zu überstehen
  • angepasst an sandige Böden sind, wie sie in vielen Teilen Brandenburgs vorkommen
  • Wind- und Sturmsicherheit bieten
  • eine höhere Resilienz gegenüber Schädlingen besitzen
  • wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden können, ohne die ökologische Stabilität zu gefährden

Die Rotbuche gilt als „Mutter des Waldes“, weil sie Schatten spendet und den Boden verbessert. Die Roteiche wiederum ist in der Lage, mit längeren Trockenphasen besser umzugehen und wächst auf armen Böden deutlich stabiler. Gemeinsam legen sie den Grundstein für langfristige Waldgesundheit.

Solche Pflanzaktionen sind also nicht nur symbolische Gesten, sondern dienen der gezielten Wiederaufforstung der Zukunft – fachlich begleitet, regional abgestimmt und politisch unterstützt.

Waldarbeit ist Teamarbeit. Deshalb hat mich besonders gefreut, dass wir wieder ein starkes, vielfältiges Team an unserer Seite hatten. Mit dabei waren:

  • Thomas Meyer, Förster
  • Sebastian Haase, Verband Erneuerbare Energien
  • Dr. Antje Pecher
  • Torsten Haier, Heimvolkshochschule am Seddiner See
  • Claus Zidek, Jagdverband Nauen
  • sowie zahlreiche weitere engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region

Politisch eingebunden und unterstützend beteiligt waren außerdem:
Julia Sahi und Johannes Funke – alle Mitglieder des Landtages Brandenburg.

Diese Zusammensetzung zeigt, wie breit das Anliegen getragen wird: Verbände, Politik, Forstwirtschaft und Bürgerinnen und Bürger ziehen gemeinsam an einem Strang. Genau diese Kooperation brauchen wir, um Brandenburgs Wälder fit für das 21. Jahrhundert zu machen.

Klimastabiler Wald entsteht nicht am Schreibtisch. Er entsteht dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – mit der Schaufel in der Hand, im Austausch miteinander und mit einem Blick auf die kommenden Generationen.

Solche Aktionen schaffen:

  • Bewusstsein für die ökologische Bedeutung des Waldes
  • Verbindung zwischen Menschen und Natur
  • Verständnis für die Herausforderungen, vor denen die Forstwirtschaft steht
  • Motivation, selbst aktiv zu werden

Ich bin überzeugt: Je mehr Menschen sich beteiligen, desto stärker wird das gesellschaftliche Verständnis wachsen, dass Waldschutz kein kurzfristiges Projekt ist, sondern eine Aufgabe für Jahrzehnte.

Mein persönliches Fazit

Jeder gepflanzte Baum ist ein Zeichen des Optimismus. Ein Zeichen, dass wir uns nicht mit dem Status quo abfinden, sondern gestalten wollen. Natürlich wird nicht jeder junge Baum wachsen. Natürlich wird der Wald Zeit brauchen. Aber genau deshalb sind regelmäßige Pflanzaktionen so wertvoll: Sie verbinden unmittelbares Handeln mit langfristiger Verantwortung.

Ich wünsche mir, dass unsere Pflanzaktion im Kirchenwald bei Tietzow viele weitere Menschen inspiriert, ähnliche Projekte zu starten oder sich ihnen anzuschließen.

Ein klimastabiler Wald entsteht nicht durch politische Reden – er entsteht durch gemeinsames Engagement.

 

Post hier teilen

Ähnliche Posts