Ampelchaos in Hennigsdorf

Der normale Menschenverstand sagt mir, dass eine Ampelanlage für alle Verkehrsteilnehmer mehr Sicherheit bringt. Geht es Ihnen auch so? Zwei neue Ampeln in Hennigsdorf an der stark genutzten Überquerung der Fontanestraße sollten die Verkehrssicherheit gewährleisten. Von der Havelpassage kommend  zur Grundschule, zum Konradsberg oder zum Hotel und natürlich in die Wohngebiete würden die neu errichten Ampelanlagen dies auch bieten. Vor dem Ausbau sicherte diesen Anspruch bereits eine Ampelanlage über Jahre hinweg. Das derzeit aufgrund unterschiedlicher Einschätzungen von Kreis- und Stadtverwaltung beide neu errichteten Anlagen außer Betrieb gesetzt wurden, sorgt nicht nur für Unsicherheit bei Fußgängern und Radfahrenden. Es entsteht beim Bürger zudem der Eindruck, dass der „Amtsschimmel“ derzeit auf der Fontanestraße unterwegs sei.

Die Angelegenheit hat natürlich eine Historie – Die Stadtverordneten von Hennigsdorf haben nach ausführlicher Diskussion den Ausbaubeschluss der Straße mit zwei Ampelanlagen vor langer Zeit gefasst. Nach der Inbetriebnahme haben das die Nutzer offensichtlich auch gut angenommen. Als Anlieger hatte ich zumindest den Eindruck. Eine Verkehrszählung durch ein zertifiziertes Büro ergab zudem, das der Verkehrsfluss nicht wesentlich beeinträchtigt wird. „Zu Stoßzeiten“ – also morgens und mittags, wenn Kinder zur Schule gehen oder nach Hause kommen – ist ein spürbares Plus an Sicherheit für Grundschulkinder gegeben. Die Ampeln sind ein dokumentierter Teil des Schulwegesicherungskonzepts der Fontane-Grundschule. Sie sind Teil der „gelernten“ Alltagswege der Kinder und nach meiner Auffassung auch Ausdruck der kommunalen Daseinsvorsorge in der Verkehrssicherungspflicht der Kommune.

Die verkehrsrechtliche Anordnung des Landkreises für den Probebetrieb ist am 18. Mai 2026 ausgelaufen. Die Stadt stellte einen Eilantrag, um den Probebetrieb bis zur Entscheidung über den Dauerbetrieb (Landkreis) zu ermöglichen. Diesem Antrag wurde seitens des Landkreises mit Datum des 20. Mai 2026 nicht entsprochen. Der Landkreis zweifelt unter anderem die Ergebnisse der vierwöchigen Verkehrszählung an, auf deren Basis durch die Stadt die Wirksamkeit der Ampeln untersetzt wurde.

Über den Antrag auf dauerhaften Betrieb der Ampeln hat die Straßenverkehrsbehörde noch nicht entschieden. Bis dahin bleiben die Ampeln abgeschaltet. Ich fordere den Landkreis auf, seinen Ermessensspielraum zu nutzen, um als Verwaltung sich nicht nur dem Unverständnis der Bürgerinnen und Bürger zu entziehen, sondern seinen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit in Hennigsdorf zu leisten. Verwaltung ist „Dienstleister“ – Dem nachzukommen sollte auch in der Verkehrsbehörde des Landkreises möglich sein. 

Andreas Noack: „An der Querung von der Havelpassage zur Grundschule, dem Konradsberg, dem Hotel und dem angrenzenden Wohngebiet kommt es tagtäglich zu einem hohen Fuß- und Radfahrverkehrsaufkommen, wie dies auch die jüngste Verkehrszählung belegt hat. Insbesondre zum Schutz der „schwächsten“ Verkehrsteilnehmenden, darunter vor allem auch die Grundschülerinnen und Grundschüler, braucht es eine schnelle Entscheidung zugunsten der Verkehrssicherheit und des Respektes vor der kommunalen Entscheidung vor Ort. Die Verwaltung des Landkreises hat sich nach meiner Auffassung offensichtlich mit den Gegebenheiten vor Ort nur oberflächlich und nicht ausgiebig befasst.“ Die Kritik an diesem Verwaltungsverhalten war damit „vorprogrammiert“ und schadet dem Ansehen der Verwaltung und deren Mitarbeitern insgesamt.

 

Weitere Informationen:

Stadt Hennigsdorf: „Landkreis ordnet Ampelabschaltung an“ (21.05.2026)

ZDF: „Absurder Ampelstreit in Hennigsdorf“ (21.06.2026)

MAZ+: „Ampel-Aus an der Fontane-Grundschule: Zoff zwischen Stadt Hennigsdorf und Landkreis“

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