In meiner zweiten Woche der „Tour de Noack“ bin ich in Hennigsdorf gestartet. Ich traf mich mit KameradenInnen der Freiwilligen Feuerwehr. Der Austausch mit Herrn Heinsius, Herrn Witt und Antonia Schamboek begann schon vor den weit geöffneten Toren bei einem Pott Kaffee im Innenhof. Wie fast alle Wehren außer der Berufsfeuerwehr der Kreisstadt, werden die Wehren der Städte und Gemeinden im Landkreis Oberhavel ehrenamtlich betrieben. Insgesamt gibt es in Oberhavel 15 Feuerwehren mit 72 Ortswehren. Mit den KameradenInnen  habe  ich mich intensiv über die Nachwuchsgewinnung vor Ort ausgetauscht. Antonia, die für die Kinder mit verantwortlich ist, berichtete über die Arbeit mit den Bambinis und Jugendlichen. Durch Corona hatten auch sie leider nicht die Möglichkeit den Feuerwehrnachwuchs so zu fördern und auszubilden wie es in „normalen“ Zeiten möglich war; doch in Hennigsdorf blieben viele Kinder und Jugendliche trotz der Einschränkungen bei „Ihrer“ Feuerwehr. Für mich ein sehr aufschlussreiches Gespräch, da es auch um Ausbildung, Retterprämie und Wertschätzung des Ehrenamtes ging.

Bei tropischen Temperaturen ging es am nächsten Tag weiter zu den Kindern des Zideka (Zirkus der Kinder) in Hennigsdorf. Das Ferienprojekt der Schulsozialarbeiter im Landkreis findet seit vielen Jahren auf einer großen städtischen Rasenfläche in unmittelbarer Nähe beim Sitz der PuR gGmbH statt. Mit viel Spaß hat mir der Projektkoordinator Steffen Leber die einzelnen Stationen gezeigt, an denen die Kinder neues lernen und neue Dinge üben: Vom Tellerdrehen, Einradfahren, Bastelstation und vieles mehr. Ich durfte zwei Stunden mit dabei sein und erleben wie schnell die Kinder Fortschritte machen und dabei Koordination und Ausdauer trainieren. Das Ferienprojekt aller Schulsozialarbeiter unseres Landkreises wird von der PuR gGmbH, der Stadt Hennigsdorf und vielen fleißigen Spendern unterstützt. Neben Kindern aus Hennigsdorf, waren auch geflüchtete Kinder verschiedenster Nationen, wie der Ukraine mit dabei. Einen Einblick in ihre wichtige soziale Arbeit erhielt ich von, Steffen Leber, Katharina Jadodzinski und Christoph Zarft. Für Abkühlung sorgten an dem Tage nicht nur die Wasserspiele, sondern auch mein mitgebrachtes Eis für alle Kinder. Bei einer Abschlussveranstaltung, konnten die Kinder ihr Erlerntes mit Stolz präsentieren. Über drei Wochen, aufgeteilt in drei Gruppen findet dieses Ferienprojekt statt und es war auch dieses Jahr wieder übernachgefragt.

Ein Besuch bei Stadler in Velten schloss sich am Dienstag der Woche an. Der Schienenfahrzeughersteller hat am Veltener Standort in den letzten drei Jahren kräftig investiert. Die Auftragsbücher des Unternehmens sind voll, aber Fachkräftemangel und steigende Rohstoffpreise hinterlassen auch bei Stadler Spuren. Durch das Unternehmen führten mich Frau Kollner und Herr Eggert. Im Gespräch tauschten wir uns u.a. zur Verkehrswende und den Rahmenbedingungen für Mobilität aus. Stadler ist innovativ und stellt sich auf die Wünsche von Eisenbahnverkehrsunternehmen ein.

Der Abschlusstermin bei meiner Tour brachte mich zur Firma Trelleborg, Hersteller von Gummi-Metallverbindungen, die mir einen Einblick in das Unternehmen ermöglicht haben. Ein ausführliches Gespräch mit der Standortleiterin Andrea Fischer und einem jungen Team aus Verwaltung, Engineering und Controlling machte deutlich, dass die Mitarbeitenden sich eine bessere Bus- und Bahnanbindung für den Standort in der Berliner Straße wünschen. Die Taktung der 807 OVG-Buslinie ist für viele im Schichtbetrieb arbeitende Mitarbeitende nicht attraktiv und ein zukünftiger S-Bahnanschluss wird gewünscht. Die Dauer der Umsetzung von Infrastrukturvorhaben in bessere Mobilitätskonzepte wurde kritisiert. Dass von Marwitz kein durchgehender Radweg an einer Landesstraße L 20 vorhanden ist, sollte doch schnellstens geändert werden. Dank an Therese Stahr, Robert Mosler, Vanessa Hillert, Maxi Götz, der Betriebsrätin Linda Susan Hartwig und Andrea Fischer für die offenen Worte. Gemeinsam mit Robert Mosler konnte ich mir die hochmoderne und zum Teil schon automatisierte Produktion anschauen, in welcher mehr als 2.400 unterschiedliche Präzisionsteile hergestellt werden. Diese werden in Schienenfahrzeugen, Landmaschinen, Industrie- und auch im Schiffsbau eingesetzt. Die lange Tradition, des im Volksmund „Schwinge“ genannten Betriebes, kam natürlich auch zur Sprache.

Viele Gespräche am Gartenzaun, in Geschäften oder einfach nur auf der Straße konnte ich zwischen meinen Terminen führen. Es ist für mich wichtig immer im direkten Austausch mit den Bürger*innen zu sein. Die angesprochenen Themen waren so vielfältig wie unser Leben auch. Einige haben mich bereits angeschrieben und selbstverständlich wird jede Frage oder die vielen Hinweise ernst genommen und beantwortet.

Damit endete die Tour de Noack 2022, welche ich im nächsten Jahr fortsetzen werde.