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„Aufholen nach Corona“ Bundesmittel für Schulsozialarbeit

 

Meine Landtagskollegen Inka Gossmann-Reetz, Björn Lüttmann und ich begrüßen die Entscheidung des Landkreises Oberhavel, alle verfügbaren Mittel aus dem Bund-Länder-Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ abzurufen. Oberhavel ist der letzte Landkreis im Land Brandenburg, der auf die Fördermittel für zusätzliche Stellen für Sozialarbeit an Schule zugreift, die aus dem Programm finanziert werden können.

Die Anmeldefrist war nach Auskunft von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst bereits Ende November abgelaufen. Nach internen Gesprächen wurde eine Fristverlängerung bzgl. der Antragstellung gewährt und im Jugendhilfeausschuss am 27. Januar soll nun eine Vorlage zum Abrufen der Mittel beschlossen werden. Die Mittel sollen zur Etablierung eines Kriseninterventionsteams im Landkreis verwendet werden. Dieses Team wird die bereits vorhandenen Fachkräfte an den Schulen unterstützen.

Die SPD-Landtagsabgeordneten hoffen im Sinne der Schülerinnen und Schüler auf eine positive Entscheidung des Jugendhilfeausschusses zur Unterstützung der Schulen.

Björn Lüttmann erklärt: „Die Kinder haben in ganz besonderer Weise in sozialer und gesundheitlicher Hinsicht unter der Pandemie und ihren Begleitmaßnahmen gelitten. Das Programm versucht, zu helfen und die Kinder aufzufangen, die Unterstützung brauchen. Dieses Angebot sollte auch in Oberhavel wahrgenommen werden.“

 Inka Gossmann-Reetz ergänzt: „Nicht alle Schulen in Oberhavel haben schon Sozialarbeiter, es gibt noch einige „weiße“ Flecken. Mit der Einrichtung eines Kriseninterventionsteams könnten insbesondere diese Schulen jetzt profitieren, auch, wenn es nur vorübergehend sein sollte.  Greift Oberhavel nicht zu, werden die Mittel anderen Kommunen zur Verfügung gestellt. Das wäre schade.“

Andreas Noack ergänzt: „Es ist zwar richtig, die kommunale Finanzlage immer im Blick zu haben. Auf eine 100%-Finanzierung von Schulsozialarbeit durch den Bund zu verzichten, fände ich aber bedauerlich; auch wenn das Programm und die Finanzierung begrenzt sind. Das Programm ist explizit auf die Pandemiebewältigung ausgerichtet. Die Verwendung der Mittel zur Unterstützung der bereits vorhandenen Schulsozialarbeiter an den Schulen über ein Kriseninterventionsteam ist eine hervorragende Möglichkeit unsere Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.“

Hintergrund: Aus dem Bund-Länder-Programm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ stehen für das Land Brandenburg insgesamt 68,7 Millionen Euro für zwei Jahre zur Verfügung. Das Aktionsprogramm hat verschiedene Bausteine und soll dabei helfen, pandemiebedingte Lernrückstände aufzuholen oder psychosoziale Einschränkungen abzumildern. Die Mittel können für zusätzliches pädagogisches Personal, individuelle Lernbegleitung, Angebote zum Abbau von Lernrückständen, Bewegungsangebote, zusätzliche Ferien- und Freizeitmöglichkeiten und Freiwilligendienste oder drei zusätzliche Stellen für Schulsozialarbeit pro Landkreis und kreisfreier Stadt eingesetzt werden.