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Unsere Biotonne – Wo und wie wird sie entsorgt?

 

Was passiert eigentlich mit den Inhalten der Biotonnen? Gut 30.000 Behälter (120 und 240 l) werden seit dem 01.Juli 2020 von der AWU Oberhavel alle 14 Tage vor den Haustüren entsorgt. Aber wohin verbringen die 4 LKW`s der AWU die „Abfälle“ und was geschieht mit den meist „feuchtem Inhalten“ – Da ich es genau wissen wollte, machte ich mich zusammen mit dem Geschäftsführer der AWU Oberhavel Manfred Speder auf den Weg nach Grüneberg in den Großmutzer Heuweg. Dort ist die Fa. URD Umwelt- und Recycling Dienstleistung GmbH ansässig (Ortsname passt prima zum Geschäftsmodell der URD).

Seit 1996 werden praktisch in der Mitte des Landkreises Bioabfälle zu Komposterde verarbeitet. Der Inhalt der Laubsäcke, Grünschnitt und Bioabfälle aus Berlin werden u. a. dort angeliefert. Seit Anfang Juli 2020 sind nun bereits mehr als 900 t Oberhavel Biotonneninhalte in Kompostmieten hinzu gekommen.

Und wie dies genau passiert, wollte ich erfahren – Herr Marcus Gennerich und sein Vater Rolf Gennerich (Geschäftsführer der URD GmbH) nahmen mich und den Geschäftsführer der AWU in Empfang und bereits am Eingangstor wurde deutlich, das hier mehr als nur Komposterde in verschiedenen Qualitäten aus Bioabfällen hergestellt wird. Nach einem kurzen Gespräch machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um auf dem Gelände  zwischen Grüneberg und Freienhagen (mehr als 10 ha) den Betrieb kennen zu lernen. Von der Anlieferung an der Waage bis hin zu den riesigen Betonboxen und Silos. Radlader, Schredder, riesige Siebtrommeln, Kräne und natürlich Kompostmieten prägen den Betriebshof. 

Aber was passiert nun mit dem „Biomüll“ – Am Beginn wird dieser vermengt mindestens 3 Monate gelagert. Durch mehrfache Umschichtungen wird die biologische Zersetzung befördert. In riesigen Siebtrommeln werden „Störstoffe“ wie Folienreste entfernt, denn die Qualitätsanforderungen (Gütesiegel und Bioabfallverordnung etc.) sind hoch und werden regelmäßig geprüft.

Mehr als 90 % des Endproduktes gehen direkt an Landwirtschaftsbetriebe der Umgebung, welche diesen Kompost als Ersatz für mineralischen Dünger auf ihre Felder einbringen. Ein riesiger Vorteil ist, dass dieser „Naturdünger“ die Feuchtigkeit bindet und dies schätzen die Landwirte.

Ca. 10 % der Anlieferungen erfolgen derzeit durch private Haushalte. Gartenabfälle, Laub etc. kann man anliefern und auch gleich Rindenmulch, Kieserden oder Kompostboden erwerben und mit nach Hause nehmen – Sozusagen eine „Leerfahrt“ vermeiden. Dies wird mit steigender Tendenz auch genutzt.

14 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen und im nächsten Jahr können diese Ihr 25-Jähriges Firmenjubiläum feiern. Seit 1999 sind sie durchgängig als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert und davon profitieren jetzt auch verstärkt die Oberhavelländer, denn der Bioabfall wird fachgerecht verwertet. Weniger Restabfall war das Ziel. Die „Braune Tonne“ ist auf einem guten Weg. Ich habe jedenfalls viel über Bioabfälle und deren Verwertung von der URD erfahren.

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