Sollten wir Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten? Sollten ab 2030 nur noch E-Autos zugelassen werden? Sollten Pflegekräfte besser bezahlt werden? Diese und viele weitere Fragen hatten Schülerinnen und Schüler der 9. bzw. 11.Klassen in Kremmen und Bernau. Ein vom Landtag Brandenburg gefördertes Schulprojekt gab und gibt dazu Gelegenheit sich darüber auszutauschen.

„dialog P“ ist ein Projekt, welches Jugend und Politik zusammenbringen soll und einen Austausch auf Augenhöhe zwischen Schüler*innen und Abgeordneten des Landtages möglich macht. Jedes einzelne Projekt wird von den Schüler*innen selbst organisiert.

In einer Art Speed-Dating können Schüler und Schülerinnen den Abgeordneten auf den „Zahn fühlen“ – ein Fragen-Antwort Einstieg, welcher ein Einstieg in das Format ist. Im Dialog Projekt soll das Interesse der Jugendlichen für Politik geweckt werden. Dabei stehen die Fragen und Positionen der Jugendlichen im Vordergrund. 

Jährlich können sich Brandenburger Schulen für das Gesprächsformat bewerben. In jedem Jahr erhalten Schulen aus wechselnden Landkreisen die Möglichkeit diesen Austausch zu gestalten, damit alle die Möglichkeit haben, an diesem Projekt teilzunehmen.

Die Jugend von heute denkt logischerweise ganz anders als ich im selben Alter, nimmt Themen anders auf und bewertet Ereignisse unter anderen Gesichtspunkten als ich das tue. Die Gespräche ermöglichen einen gegenseitigen Austausch auf Augenhöhe.  Die  Jugendlichen waren natürlich auch sehr an den unterschiedlichen Argumenten der Landespolitiker interessiert. Wichtiger jedoch sind die Argumente mit denen ich mich auseinander setzen darf. Dieses Format ist dafür sehr geeignet.

Beim Gesprächsformat „dialog P“ wird von jeder im Landtag vertretenen Fraktion, ein Landtagsabgeordneter eingeladen. In der Regel sind es die regionalen Abgeordneten in der Nähe der teilnehmenden Schule. Für mich natürlich eine Selbstverständlichkeit in meinem eigenen Wahlkreis in Kremmen an der Goethe Oberschule Teil der Veranstaltung sein zu dürfen.

Sehr unterschiedlich haben die Schüler Ihre Fragen zu den verschiedenen Themenkomplexen vorbereitet. An jeweils 6 Tischen mit ca. je 8-10 Schülern und je einem Abgeordneten wird dann die Fragestellung zu einem bestimmten Thema diskutiert. Nach ca. 10 Minuten wechseln die Abgeordneten zum nächsten Thementisch.  Das „Pro“ und „Contra“  wird in der  Diskussion ausgetauscht werden. Die unterschiedlichen Ansichten und Blickwinkel rücken in den Mittelpunkt der Diskussion.

Nach dem Austausch an den Thementischen hatte jede Gruppe kurz Zeit, sich zu besprechen und ein kurzes Resümee mit den drei stärksten Pro- und Contra-Argumenten zu verfassen. Im Anschluss hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, die eigene Meinung in einer großen Abstimmung mit Kärtchen zu äußern. Hier hieß es: Pro oder Contra?

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine haben wir Abgeordneten mit den Lehrern und Schülern verabredet nach der vorbereiteten Veranstaltung auch auf die aktuelle  Situation einzugehen. Die Schüler*innen machen sich ja zu Recht Sorgen und haben berechtigte Fragen, zu dem in der Ukraine herrschenden Krieg.

Ich konnte feststellen, wie omnipräsent dieses Thema bei den Jugendlichen ist und wie emotional sie auch mit den Bildern und Nachrichten, die sie erreichen, umgehen. Es war wichtig, dass wir als Abgeordnete auch hier einen kleinen Beitrag leisten konnten, um aufzuklären, einzuordnen und aus der aktuellen Sicht zu bewerten. Dafür möchte ich mich sowohl bei meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag und den Lehrerinnen und Lehrern der Goethe-Oberschule in Kremmen, vor allem aber bei den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen bedanken, die sich die Zeit genommen und mutig ihre Bedenken, Ängste und Fragen formuliert haben.

Vielen Dank für die Möglichkeit und den Austausch untereinander. Vielleicht habe ich bereits mit einem oder einer zukünftigen Landtagsabgeordneten an einem Tisch gesessen. Das würde mich freuen.