Warnstreiks und der Protest gegen den Abbau von Arbeitsplätzen gehören in der gewerkschaftlichen Arbeit zur Interessenvertretung der Beschäftigten gegenüber den Arbeitgebern. In Gransee und Hennigsdorf sind in den letzten Wochen die Beschäftigten bei ihren Warnstreiks und Demonstrationen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn auf die Straße beziehungsweise vor die Werktore gezogen. Ich habe Sie dabei aus vollem Herzen aus unterschiedlichen Beweggründen unterstützt. Die Kollegen*innen müssen wissen, dass die Politik und auch die Öffentlichkeit hinter Ihren Forderungen steht, sie unterstütz und es sollte klar sein, daß auch ich ihre Probleme ernst nehme.   

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Montags, haben die Beschäftigten von Fude und Serrahn in Gransee einen Warnstreik nicht nur angedroht, sondern auch umgesetzt. In einem 8-stündigen Ausstand forderten die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und mehr Wertschätzung ihrer Arbeit. Die Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit unterstütze ich. Während die Kolleginnen und Kollegen in anderen milchverarbeitenden Betrieben über den kürzlich erzielten Tarifvertrag „Milch Ost“ eine Lohnerhöhung von 8 Prozent erreichen konnten, wurden die Beschäftigten in Gransee nach einem Haustarifvertrag entlohnt, der unterhalb der branchenüblichen Bezahlung liegt. Damit wollten sie sich nicht zufrieden geben und forderten eine Angleichung der Löhne und Gehälter. Das ist richtig und findet meine volle Zustimmung.

Am Mittwochabend erreichte mich dann die Information, dass der Warnstreik erfolgreich war und die Beschäftigten in mehreren Schritten eine Angleichung an den Flächentarifvertrag Ost erhalten. Zudem wird eine Coronaprämie ausgezahlt und auch die Milchwagensammelfahrer erhalten eine Erhöhung ihrer Stundenlöhne.

Weniger gut sieht es dagegen in Hennigsdorf aus. Dort kämpfen die Alstom-Beschäftigten nicht um mehr Geld, sondern für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze vor Ort. Mit einem Demonstrationszug vom Werkstor am Rathenaupark bis zum Postplatz am Bahnhof machten sie am Dienstag wiederholt auf ihre Situation aufmerksam. Sie wollen verhindern, dass allein in Hennigsdorf bis zu 450 Stellen insbesondere in der Schienenfahrzeugproduktion wegfallen.

Ich setze mich wie viele andere für den Wiederanschluss von Velten an das S-Bahn Netz ein, ich würde es darüber hinaus auch begrüßen, wenn Triebfahrzeuge des Verkehrsverbundes (VBB) auch in Hennigsdorf projektiert und produziert würden. Ist die Produktion erst einmal eingestellt, dann ist auch der Standort „tot“ und dies sollte allen klar sein.

Alstom muss seine Verantwortung für den Standort und dessen Beschäftigte ernst nehmen und Lösungen zum Erhalt des Werkes und seiner Arbeitnehmerschaft finden. Es ist wichtig, einen so traditionsreichen und innovativen Standort wie Hennigsdorf zu erhalten. Dafür werde ich mich einsetzen und die regelmäßigen Gespräche mit Betriebsrat und allen anderen Beteiligten weiterführen.