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Rücksichtnahme statt Rücksichtslosigkeit

 

Dieser Sommer und die Ferien waren für alle außergewöhnlich – „Urlaub in Deutschland“ statt an „fernen Stränden“ und die Mund Nasen Bedeckung (Schutz) als ständiger Begleiter. In dieser Woche tagte der Landtag Brandenburg erneut, aber eine „parlamentarischer Sommerpause“ gab es in diesem Jahr nicht. Sondersitzungen des Haushaltsausschusses und weiterer Gremien waren notwendig, denn Corona macht bekanntlich keine Ferien.

In den letzten Tagen wurden weitere wichtige Entscheidungen im Landtag getroffen, um weiterhin gut durch diese besondere Zeit kommen. Fragen zur Strukturentwicklung der Lausitz im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Kohle standen genauso an, wie die Novelle der Brandenburger Bauordnung. Fakt ist: Das Leben geht weiter, auch unter verändertem Rahmenbedingungen. Es ist aber kein Grund zu verzweifeln oder untätig zu sein. Dies bestätigen mir auch viele Mitbürger in Wort und Schrift.

Mir war es aber in den letzten Wochen auch wichtig, mit vielen Mitbürgern ins Gespräch zu kommen. Der Austausch mit Unternehmern gehörte genauso dazu, wie der Besuch von sozialen Einrichtungen oder einfach nur das Gespräch im Bürgerbüro oder auf der Straße. Viele Fragen standen im Raum – Wie sieht der Alltag unter Corona Bedingungen für den Einzelnen aus oder was hat sich in den letzten Monaten verändert. Wo besteht Handlungsbedarf – was läuft gut, was nicht? Alles um Corona war dabei beherrschend – es beschäftigt sozusagen jeden.

Ja, viele Sorgen sind vorhanden – ob um den eigenen Arbeitsplatz oder ob die Schulen und Kitas dauerhaft offen bleiben können. Nach den Ereignissen der letzten Wochen machen sich aber auch viele Bürger oder auch Schüler Gedanken darüber, wie unterschiedlich mit dem Thema Corona in ihrem persönlichen Umfeld umgegangen wird. Es wird viel Rücksicht genommen, um andere und sich selbst zu schützen.

Es gibt aber leider auch entgegengesetzte Tendenzen. Es werden die Gefahren der Pandemie verharmlost, leichtfertig mit Kontaktbeschränkungen umgegangen. Ja, es gibt Grund zur Besorgnis, wenn Menschen tätlich angegriffen werden, nur weil sie auf das Tragen des Mundschutzes in einem Supermarkt in meiner Heimatstadt hinweisen.

Sorgen bereitet mir dabei auch, wenn gewählte Vertreter in besonderer Funktion in sozialen Netzwerken versuchen unsere Grundrechte gegeneinander ausspielen und zusätzlich Unsicherheit und Angst dabei verbreiten. „Gewalt herbeireden“ – Dies ist gefährlich und verantwortungslos. Wir alle sind gefordert, den „Verschwörungstheoretikern“ entgegen zu treten. Einige unter uns haben immer noch nicht begriffen, dass das Tragen einer Maske der „Schutz des Anderen“ ist. Der Rücksichtslosigkeit muss sich jeder einzelne entgegenstellen. Aktuell Steigende Fallzahlen von Infizierten zeigen mir – es ist noch nicht vorbei.

Nun bin ich seit einem Jahr im Brandenburger Landtag als Abgeordneter tätig und diese Wahlperiode ist sicherlich nicht zu vergleichen mit bisherigen. Abgesehen davon, dass mir die Arbeit Spaß macht, stehen jetzt und zukünftig viele schwierige Entscheidungen im Zusammenhang mit der Pandemie noch an – Die wirtschaftliche Entwicklung ist schwierig einzuschätzen und damit auch die finanziellen Risiken. Alles dies zu bewältigen gelingt allerdings nur, wenn Rücksicht und Respekt Grundlage sind. Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind keine Zukunftsoptionen.

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