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Oberhavel erleben – Letzte Woche im Rückblick

 

Die „Tour de Noack 2021 – Oberhavel erleben“ habe ich am vergangenen Dienstag fortgesetzt – Das Löwenberger Land, Oberkrämer und Velten standen im Mittelpunkt.

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaft. Aus diesem Grund habe ich die Agrar GmbH Großmutz besucht. Erhard Hinz und Juliane Thiele gaben mir einen Einblick in das Familien Unternehmen. Pflanzenproduktion mit über 70% Anteil im ökologischen Anbau sind keine Selbstverständlichkeit in unserer Region. Aber auch Ertragsausfälle durch 3 Dürrejahre und Probleme mit Mindererträgen durch eine hohe Nitratbelastung im Grundwasser rund um Großmutz kamen zur Sprache.

Da freuen sich die Landwirte, welche gerade die Ernte einfahren, natürlich über „durchschnittliche“ Erträge in diesem Jahr. Derzeit zählt jede Dezitonne Getreide, da viele Unternehmen wirtschaftlich seit Jahren unter Druck stehen. Juliane Thiele, welche 365 Tage im Jahr im Einsatz ist, entführte mich dann in „Ihren Kuhkindergarten“. 180 Kälber werden jedes Jahr im Stall am Ortsausgang geboren und die Ammenkühe geben bis zu 4 neugeborenen Kälbern in den ersten 12 Wochen die heiß geliebte Milch. Nach der Geburt haben die jungen Geschöpfe noch kein „Fleisch“ auf den Rippen. Aber Dank der Fürsorge auch von Juliane Thiele ändert sich dies sehr schnell.

Am Mittag habe ich den Bauernhof Koch in Großmutz besucht. Martina Koch hat uns mit selbstgemachten Zwiebelkuchen versorgt. Der wirklich sehr gut geschmeckt hat. Landwirt Roland Koch war da noch mit dem Dreschen des Getreides beschäftigt. Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass der „Amtsschimmel“ mancher Verwaltung auch ihnen schon begegnet ist. Auch wenn sie es mit einer gehörigen Portion Gelassenheit nehmen, so ärgert es doch. Die Aufstellung der „Food Box“ am Eingang ihres Hofes und die Hürden beim Denkmalschutz stehen dafür nur beispielhaft. Tony Sieg (Vorsitzender des SPD Ortsverein Löwenberger Land) hat seinen Urlaub genutzt und mich ab diesem Termin begleitet.

Bevor es zum SV Löwenberg ging haben wir noch in Grüneberg unterwegs. Dabei haben wir uns das neue Wohngebiet „Am Zukunftsberg“ angesehen und den Neubau der Kita.

 

Am Nachmittag war ich mit Stefan Richter und Günther Gennrich vom Löwenberger SV verabredet. 387 Mitglieder stark ist der Sportverein, 134 in der Leichtathletikabteilung. Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen derzeit die Vorbereitung der „Löwenspiele“ im September. Welche Auflagen vom Gesundheitsamt zu erwarten sind, ist noch nicht im Detail abzusehen. Können alle Teilnehmer überhaupt anreisen? Zu den Löwenspielen werden auch Sportler aus m Ausland erwartet.  Darüber hinaus warten Sie sehnsüchtig auf eine neue größere Sporthalle am angrenzenden Schulstandort. Die Gemeinde Löwenberger Land ist dran, bestätigte auch Tony Sieg als Gemeindevertreter.

 

Am Mittwoch ging es nach Oberkrämer. Pünktlich um 08:00 Uhr empfing mich der Geschäftsführer der Havellandautobahn GmbH Frank Heese. Ich konnte mich über den Baufortschritt an und auf der A10/A24 (größte Infrastrukturmaßnahme in der Region) und über die Betriebsführung des 65 km langen Autobahnabschnittes vom Dreieck Pankow bis Neuruppin informieren. Ende 2022 wird alles fertig sein und auch die für viele unangenehmen Sperrungen usw. werden ein Ende haben. Aber fast 80 % der Bauleistungen sind geschafft und für den Abschnitt Birkenwerder gab es gute Nachrichten, da die Brücke früher fertig gestellt werden wird. Mich interessierte unter anderem die Umsetzung der Lärmschutzes – Da ist noch einiges zu tun. Der kaufmännische Geschäftsführer Herr Frank Heese versicherte, dass alles im Zeitplan liegt und verdeutlichte, dass die „Verfügbarkeit“ hohe Priorität hat. Dies bedeutet, dass nur eine intakte Autobahn dem privat finanzierten Projekt in den nächsten 30 Jahren Erträge für die Kapitalgeber sichert. 16 Straßenwärter plus Winterdienst sind auf dem Abschnitt im Einsatz, um die Autobahn instand zu halten.  Alles zum Baufortschritt kann man fortlaufend im Netz verfolgen unter:

https://havellandautobahn.de/

                                                                                                                           

Im Anschluss traf ich mich mit dem Bürgermeister Peter Leys und Gemeindevertreter Karsten Peter Schröder zum Thema der Entwicklung des gesamten Gewerbeparks in Vehlefanz welches bis an den Ortsteil Bärenklau heran reicht.

Vor Jahren war es schwierig die Flächen zu vermarkten.  Die Entscheidung zum sechsstreifige Ausbau der A 24 hat den Run auf die Flächen (100 ha) mit ausgelöst und damit auch die Erschließung des 100 ha Gebietes. Der Fahrradweg und die Fahrbahn in Richtung Bahnhof Bärenklau sind fast fertig und damit können zukünftige und derzeitige Beschäftigte auch die Bahnanbindung nutzen.

Zukünftig möchte sich dort Amazon niederlassen, aber auch der ADAC haben Interesse an Flächen angemeldet. Neben dem vom Logistikunternehmen Kühne und Nagel fast fertig gestellten Hallen, entstehen noch weitere. Ich freue mich sehr zu sehen, wie sich dieses Gewerbegebiet entwickelt. Die Neuansiedlungen lassen neue Arbeitsplätze für die Region entstehen.

                                                                                      

Im Eingangsbereich zum Gewerbegebiet hat sich das Familienunternehmen, die Firma KLU – Klima, Lüftung, Umwelttechnik, etabliert. Es war eines der ersten Unternehmen, welches sich 2016 dort ansiedelten. Die Geschäftsführer Bernd und Holger Stücken sind bereits fest „verwurzelte“ Bärenklauer und führen das mittelständische Unternehmen sehr erfolgreich. Der Familienbetrieb wurde bereits 1973 in Berlin gegründet und ist bis heute auf ca. 60 Mitarbeiter gewachsen. Beide engagieren sich in der Region und bilden seit Jahren junge Menschen zu Handwerkern aus. Im Gespräch mit dem Bürgermeister und mir wurden natürlich auch die kleinen und etwas größeren Probleme angesprochen. Sie wünschen sich die Fertigstellung der Einbindung des Kreuzungsbereichs zur Ausfahrt vom Gewerbegebiet und das die Politik mit dafür sorgt, die Attraktivität zur Ausbildung in Handwerksberufen zu steigern.

Am Nachmittag habe ich mich noch Schwante besucht, um mir einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, vom neuen und auch längeren Weg um das Schloss. Für mich kein Problem, aber ein Rollator oder ein Kleinkind kann schon ins „Straucheln“ geraten. Ich bin mir sicher, da findet man vor Ort noch eine technisch bessere Lösung.

Am Donnertag besuchte ich das Logistik Unternehmen Rhenus an der Berliner Strasse. Dazu werde ich noch ausführlich berichten und am Donnerstag Abend befand ich mich am Bernsteinsee im Gespräch mit Tobias Tuchlenski – Geschäftsführer der LST Freizeitgestaltung GmbH. Viele kennen es natürlich unter dem Begriff „Wasserskianlage Bernsteinsee“ oder Wet & Wild. Im letzten Jahr startete das Unternehmen coronabedingt recht spät in die Saison. Ich habe lange zusammen mit unserer Bundestagskandidatin Ariane Fäscher die Situation in der Freizeitaußensportart vor Ort gesprochen und war auch überrascht mit welchen neuen Online Angeboten an den „Kunden“ orientiert, gearbeitet wird. Ein schöner Abschluss des warmen Sommerabends.

 

Diese 3 Tage in meinem Wahlkreis waren wieder sehr aufschlussreich. Viele gute Gespräche habe ich geführt und habe einiges gelernt an diesen Tagen. Ich habe auch das ein oder andere Problem mitgenommen und  meine Unterstützung  bei der Lösung zugesichert.

 

In der nächsten Woche freue ich mich auf Kremmen und Hennigsdorf.

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Oberhavel erleben – Tour de Noack 2021

 

Die „Tour de Noack“ hat in der zweiten Ferienwoche begonnen. In der ersten von drei Wochen war ich in meinem Betreuungswahlkreis Lychen, Fürstenberg /Havel und Gransee unterwegs. Es ist mir wichtig auch dort vor Ort mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Durch die Corona Pandemie habe ich jetzt erst die Gelegenheit gehabt, mich mit der Bürgermeisterin von Lychen Karola Gundlach zu treffen. Die Stadt liegt inmitten von Seen und ist daher ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Es gibt viele Themen die Lychen bewegen die Kommunalfinanzen, der Tourismus, Infrastruktur aber auch die Badesicherheit vor Ort. Lychen hat neben dem Tourismus auch viele Handwerksbetrieb, welche trotz Pandemie ihre Arbeit fortsetzten konnten und somit Steuereinnahmen für den Ort generierten. Die Campingplätze waren von den Einschränkungen nicht so stark betroffen, wie Ferienhausvermieter oder auch Hotelbetriebe. Dadurch waren die Plätze immer gut ausgelastet und ach Kurtaxen konnten erhoben werden. Christian Hartphiel, Stadtverordneter von Templin, konnte mich beim Termin begleiten. Beide haben mir von Ihrer Arbeit vor Ort berichtet und ich konnte mir einen guten Einblick verschaffen.

Am Nachmittag traf ich Robert Philipp den Bürgermeister von Fürstenberg. Mit ihm habe ich viel über Kommunalfinanzen aber auch über die B96 gesprochen. Beide Bürgermeister*in haben mir in den Gesprächen auch wiedergespiegelt, dass sich die Zusammenarbeit gemeinsam mit den Stadtverordneten schwieriger als in der Vergangenheit gestaltet, da die Grenzen des Haushaltes der Gemeinden Grenzen setzen. Deutlich wurde aber auch, das beide Städte sich in den letzen Jahren sehr positiv entwickelt haben.

Meinen zweiten Tag begann ich in Großwoltersdorf im Gut Zernikow. Thomas Löwe von der Aqua Zehdenick führte mich über das Gut und hat mir viel von der Geschichte des Gut Zernikow berichtet. Immer noch werden Räume aufwendig saniert, was auch Dank von Fördermitteln des Denkmalschutzes aus dem Leader Programm erfolgt. Auf dem Gut liegt auch der Ursprung der Seidenraupenzucht in Deutschland. Diese Raupen ernähren sich ausschließlich von frischen Blättern des Maubeerbaums und können dann ihre Seidenfäden spinnen. Es gibt eine kleine Ausstellung zur Geschichte dieser Zucht und des Gutes. Für das leibliche Wohl wird auch gesorgt. Familie Koch hat in einem ehemaligen Schafstall eine Crêperie „Bric á Brac“ eröffnet in dem u.a. herzhafte Galettes und süße Crêpes serviert werden. Aber auch Ferienwohnungen werden auf dem Gutshof angeboten. Es ist ein Besuch wert. Für jeden ist was dabei egal ob klein oder groß.

                                                                                           

Am Nachmittag führte mich mein weiterer Termin zum Stechlinsee nach Neuglobsow. Prof. Dr. Mark Gessner des Leibnitz Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei hat mir einen Einblick in seine Arbeit vor Ort gegeben. Als ich ankam war ich sehr überrascht was im Wald zum Vorschein kam. Zu Spitzen Zeiten arbeiten dort ca. 80 Mitarbeiter aus verschiedensten Ländern. Das Limnologische Institut untersucht die Veränderungen im Wasser unter Zugabe unterschiedlicher Nährstoffe. Meistens werden in den Versuchen Phosphor zugegeben. In dem Seelabor mit 24 einzelnen Becken (abgetrennt vom See), werden diese Veränderungen in der Praxis untersucht. Nur so kommt man zu realistischen Erkenntnissen zur Veränderung in unserer Umwelt. Jeder einzelne Versuch vor Ort, wird von der unteren Wasserbehörde genehmigt. Es werden keine Schadstoffe dem See hinzugefügt. Dass ich die Möglichkeit hatte mit dem Boot mir das Seelabor als „Reallabor“ anzuschauen, war faszinierend. Dies erlebt man ja nicht jeden Tag.

                                                                                            

Am dritten Tag meiner Tour stand Fürstenberg/Havel und Gransee auf dem Plan. Begleitet hat mich unsere Direktkandidatin für den Bundestag Ariane Fäscher. Der erste Halt war die „Alte Rederei“, eine kleine Gastronomie und Hotellerie mit vielen touristischen und kulturellen Angeboten wie z.B. auch ein kleines Kino. Mit dem Inhaber Michael Wittke haben wir über die aktuellen Probleme nach und während Corona gesprochen aber auch die B96 war natürlich Thema unseres ausgiebigen Gespräches. Nachdem die „Alte Reederei“ im letzten Jahr nicht öffnen konnte, versucht man in diesen Wochen wieder Fuß zu fassen.

In Anschluss daran haben wir die Bildungsstätte „Waldhof Zootzen“ besucht. Frau Klinghardt, die Leiterin des Objekts, hat uns mit Leidenschaft von Ihrer Arbeit vor Ort erzählt. Vor einem Jahr hat die SPI Stiftung dieses Objekt in mitten der Corona Pandemie übernommen und versucht Ihre pädagogischen Angebote in die Tat umzusetzen. Im Waldhof sind nicht nur Schulklassen und Feriengruppen gern gesehen, sondern auch Familien die mitten in der Natur Urlaub machen möchten. Darüber hinaus kann man die Räume auch für Veranstaltungen, Schulungen etc. buchen. Frau Klinghardt möchte in der Zukunft noch viele Projekte vor Ort umsetzten und dafür habe ich Ihr meine Unterstützung weiterhin zugesagt.

Der letzte Termin in meiner ersten Woche brachte mich nach Gransee zu Mario Gruschinske und Nico Zehmke. Nachdem ich beim Spatenstich des Gesundheitszentrums im letzten Jahr dabei war wollte ich mir einen Eindruck verschaffen wie weit der Bau vor Ort fortgeschritten ist. Es war schön zu sehen wie es seine Gestalt annimmt. Weiter ging es zum Kloster von Gransee. Auch dieses Objekt wird saniert und wartet auf seine kulturelle Nutzung. Nur durch zugesicherte Fördermittel sind diese Objekte für Gransee umsetzbar. Viel Herzblut steckt in diesem historischen Kloster was einst auch mal eine Schule war. Durch einen Großbrand 1604 wurde die Klosterkirche, und 1711 durch einen weiteren Brand der westliche Flügel mit Kreuzgang zerstört. Nur noch der östliche Klausurflügel mit Kreuzgang ist erhalten. Gransee hat mit der Sanierung der Innenstadt Identität gestiftet und die Bürger machen mit.

                                                                                                    

 

Diese Woche war in unterschiedlichster Weise sehr interessant gewesen. Ich danke, allen das sie sich so viel Zeit für mich genommen haben und ich so viel neue Einblicke mitnehmen konnte.

Ich bin schon sehr gespannt was mich in meiner zweiten Woche im Löwenberger Land, Oberkrämer und Velten erwartet.