Zu Besuch in der Uni-Präsenzstelle in Velten!

 

Ich habe mich sehr gefreut, dass am 1. Oktober im „neuen“ Bahnhofsgebäude von Velten die Uni-Präsenzstelle ihre Arbeit aufgenommen hat. Geleitet wird die Präsenzstelle von Mareen Curran. In Brandenburg gibt es nun sieben dieser Kontakt- und Transferpunkte. Die „Station Wissenschaft“ ist für Jugendliche aber auch für Unternehmen ein neu geschaffener Anlaufpunkt und umfasst 5 Themenfelder:

  • Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Forschung und der Region bilden
  • Präsenz der Hochschulen in den Regionen stärken
  • Fachkräftesicherung/Personaltransfer von Hochschulabsolventen zur Bindung an die Region intensivieren
  • Transparenz, Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren verbessern
  • Querschnittsaufgabe Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit

Mareen Curran hat mich als Landtagsabgeordneten eingeladen, damit ich mir persönlich einen Eindruck über Ihre Arbeit vor Ort machen kann. Das Projekt wird vom Land Brandenburg gefördert, um Brücken zwischen Hochschulen und regionaler Wirtschaft zu bauen. Wir tauschten uns über die ersten Aktivitäten und die Vernetzung in der Region aus. Zur Sprache kam auch, welche Unterstützungsangebote sie vor Ort geben kann und wird und welche Unterstützung sie selbst für ihre Arbeit benötigt.

Die Präsenzstelle ist nicht nur ein Ort, an dem sich angehende Studierende aus dem regionalen Wachstumskern Oranienburg, Hennigsdorf und Velten beraten lassen, sondern auch ein Ort, an welchen sich umliegende Firmen wenden können. Hier werden Verknüpfungen und Kooperationen aufgebaut und gefördert. Firmen bieten sich beispielsweise Chancen mit zukünftigen Fachkräften aus den Universitäten internen Prozessabläufe oder neue Entwicklungen zu planen und zu bearbeiten.

Das vorrangige Ziel ist es jetzt zunächst die Präsenzstelle bekannt zu machen und die Möglichkeiten an die regionale Wirtschaft heranzutragen. Ich würde mich freuen, wenn auch bei uns, in Zusammenarbeit von Studierenden und Firmen innovative neue Ideen entstehen.

Mareen Curran erklärte mir wie breit gefächert sich diese Arbeit darstellen kann, da sie vor Ort alle Akteure mit einbeziehen möchte. Neben Unis und Wirtschaftsunternehmen sind das auch Schüler, Lehrer und Eltern, die sich beraten lassen können.

Nähere Informationen finden Interessierte auch hier: Informationen der TU Potsdam  und  Informationen des Landes Brandenburg

Unterwegs in Dresden – Landtag und Frauenkirche

 

Ferienzeit ist Urlaubs- und Reisezeit. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Geplante Reisen sind storniert oder gar nicht erst gebucht worden. Dennoch wollte ich zusammen mit meiner Familie für ein paar Tage den Alltag hinter uns lassen und habe kurzfristig geplant ein Wochenende Dresden verbracht.

Ich habe natürlich die Gelegenheit genutzt, den sächsischen Landtag zu besuchen und mit meinen Fraktionskollegen Volkmar Winkler (SPD) ins Gespräch zu kommen. Volkmar ist Mitglied im Ausschuss für Regionalentwicklung im Nachbarland und da ich als Sprecher für Städtebauförderung, Landesplanung und Regionalentwicklung meiner Fraktion in Brandenburg agiere, konnten wir uns somit über Themen und Gemeinsamkeiten in unseren Aufgabenbereichen austauschen. Die Ausgestaltung der Kommunalfinanzen in Sachsen und Brandenburg, sowie die parlamentarische Arbeit in Corona-Zeiten interessierten uns beide, aber auch die zukünftige Entwicklung der Lausitz unter dem Gesichtspunkt des Kohleausstiegs. 

Der sächsische Landtag hat mich sehr beeindruckt. Der lichtdurchflutete Plenarsaal an der Elbe ermöglicht es Besuchern, aber auch Passanten einen Blick ins Innere des Plenums und somit in die Sitzungen des Parlamentes zu werfen. Ein nach außen sehr „transparentes“ Parlament.

 

                                                                      

Ich danke noch mal recht herzlich der SPD Fraktion Sachsen, insbesondere Volkmar Winkler, dass ich die Möglichkeit hatte, mir vor Ort einen Eindruck von der parlamentarischen Arbeit machen zu können.

Als Mitglied im Ausschuss für Infrastruktur hat es mich natürlich auch in die Altstadt gezogen, wo wir die Frauenkirche, den Neuen Markt und das Verkehrsmuseum besucht haben. Nicht nur die Kulturdenkmäler sind sehenswert, auch der stetige noch anhaltende Wandel in der Elbmetropole sind beeindruckend. 

 

Wie kommt die D-Mark von Potsdam nach Oranienburg?

 

Im Rahmen „30 Jahre Deutsche Einheit“ ist seit Anfang Oktober im Landtag in den Räumen der Fraktion eine besondere Ausstellung zu sehen. Ich habe wie viele meiner Fraktionskollegen die Möglichkeit genutzt, auch einige meiner Erinnerungen aus 1990 wieder zu geben. Die Zeit um die Wiedervereinigung war im Rückblick sicherlich eine ganz besondere und mit dem „Heute“ nicht zu vergleichen.

 

1990 – Das Jahr der Veränderungen

Für mich war der 6.Mai 1990, der Tag der ersten freien Kommunalwahlen in der DDR einer der bewegenden Tage des Einheitsjahres. Plötzlich war ich als 24-jähriger Kreistags- und Stadtverordneter in Oranienburg und Velten. Damals ging es ohne Vorbereitung mit einem extremen Anspruch auf Veränderung sofort an die Arbeit und ein „Handbuch vom Übergang vom Sozialismus in den Kapitalismus“ gab es nicht. Am 1.Juli hatten wir eine neue Währung und die letzte DDR-Regierung bemühte sich redlich einen „Einheitsvertrag“ mit ostdeutschen Inhalten zu verhandeln. Trotz der Freude über die gewonnene Freiheit hatten wir viele Sorgen – Weder eine Stadt – noch eine Kreisverwaltung waren vorbereitet und die „neuen Abgeordneten“ – welche nun entscheiden mussten auch nicht. In gewisser Weise haben wir bei „Null“ angefangen und dies mit vielen neuen Köpfen – Es war aber auch eine „riesige Chance“ – nur Zeit darüber nachzudenken blieb mir damals nicht.

Wie ändern wir kurzfristig die erbärmlichen Zustände von behinderten Kindern in einem Veltener Pflegeheim, Grundstücksfragen – nächtelange Sitzungen – Wie kommt die D-Mark von Potsdam in den Kreis Oranienburg, denn Löhne mussten gezahlt und Rechnungen beglichen werden – Was wird aus den Mitarbeitern von Einrichtungen, welche plötzlich in der Zuständigkeit des Kreises oder der Stadt lagen – Fragen über Fragen und nicht auf jede hatte ich damals eine Antwort. Ich war da aber nicht alleine. Genossen der SPD aus Berlin Tegel oder der Innenminister von NRW Herbert Schnoor waren genauso eine Stütze, Ansprechpartner und Hilfe, wie viele engagierte Bürger, welche alle ein Ziel hatten: Ein besseres, ein sozialeres und ein demokratisches Land zu gestalten. Eine bewegende Zeit, welche mich bis heute prägt.

Tesla wächst – ÖPNV vor Ort wird nachziehen!

 

Tesla könnte zum dritt größten Automobilstandort in Deutschland werden – Wer hätte dies vor einem Jahr gedacht, als Dietmar Woidke und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach die Ansiedlung von Tesla in Grünheide (Oder-Spree) bekannt gegeben haben.

Das amerikanische Unternehmen wird dort voraussichtlich ab Sommer 2021 Elektrofahrzeuge (Cybertrack) montieren. Es könnten bis zu 500.000 Fahrzeuge je Jahr werden und bis zu 40.000 Arbeitsplätze werden zukünftig dafür am Standort entstehen. Der erste Bauabschnitt umfasst 90 ha (900.000 m²) bis zu 330 ha könnten es in der dritten Ausbaustufe werden. Mit welcher Geschwindigkeit dies derzeit geschieht, hat wohl viele Skeptiker überrascht.

Im abgelaufenen Jahr gab es zahlreiche Verhandlungen und Diskussionen zu Themen wie Arbeitsplätzen, Wohnraum und Verkehrsinfrastruktur. Der neue Industrie-Komplex – bezeichnet als „Gigafactory Berlin“ ist nach 1990 wohl eine große Chance für das gesamte Land Brandenburg, stellt die Region, die Politik und Planer aber auch vor anspruchsvolle Herausforderungen.

Um mir einen persönlichen Eindruck von der Lage vor Ort machen zu können, lud mich Jörg Vogelsänger (MdL) am vergangenen Freitag zu einer Rundfahrt durch die Region ein. Thema war vor allem die Frage, wie der Verkehr an die neue Situation angeglichen werden kann. Das Verkehrskonzept wurde ja jüngst im Infrastrukturausschuss vorgestellt und über 70 Mio. € stellt das Land Brandenburg aus dem Zukunftsfond zur Verfügung, um Straßen und Schiene „zu ertüchtigen bzw. neu zu bauen“.

 

 

                                                                             

 

 

 

Steuerausfälle in den Gemeinden werden kompensiert

 

Nach der außerplanmäßigen Septembersteuerschätzung stehen die Zahlen für die Einnahmeausfälle fest. Bund, Länder und Kommunen rechnen mit Milliardenausfällen über die nächsten Jahre verteilt. Insgesamt beträgt das Minus bei den Einnahmen unserer Kommunen in diesem Jahr rund 350 Millionen Euro. In Brandenburg hat sich der Landtag frühzeitig mit dieser Entwicklung auseinandergesetzt und einen Rettungsschirm für die Städte, Gemeinden und Landkreise aufgelegt.

Pauschalisierte Festzahlungen anhand der Einwohnerzahlen als Corona-Hilfen flossen bereits im Juni/Juli. Die erste große Abschlagszahlung für Gewerbe- und Einkommenssteuereinbußen erhielten die Städte im September. Im November wird eine zweite Tranche ausgereicht, um die Ausfälle zu kompensieren.

Die Schlüsselzuweisungen ( Euro je Einwohner ) 2020 wurden nicht gekürzt, obwohl die Steuerschätzung sowohl im Mai und im September Steuer Mindereinahmen für das Land verzeichnet haben.

Das Land hat Wort gehalten und gleicht die Belastungen für die Städte und Gemeinden in diesem Jahr mit 75% und im kommenden Jahr zu 50% aus. Städte und Gemeinden sind das Rückgrat unseres Gemeinwesens. Hier leben und arbeiten die Menschen. Für Sie stehen wir in der Verantwortung. Mir war es wichtig, dass der Großteil der Zuwendungen gemeindescharf an die Kommunen gegeben wird, die tatsächlich mit massiven Steuereinbrüchen zu kämpfen haben. Dies sichert die geplanten Investitionen auch in die sozialen Infrastrukturen unserer Städte und Gemeinden vor Ort.

Dabei gestalten sich die Steuerausfälle der Kommunen auch in Oberhavel unterschiedlich. Während Städte und Gemeinden wie Hohen Neuendorf, Oranienburg oder Oberkrämer keine wesentlichen Mindereinnahmen der Gewerbesteuer verbuchen, teilweise sogar Mehreinnahmen generieren, sind die Einbrüche in Hennigsdorf, Velten und Liebenwalde besonders stark. Als erste Tranche zahlt das Land im letzten Monat an Hennigsdorf etwa 4,4 Mio. Euro, Velten erhält zunächst etwas über 1,3 Mio. Euro und die Stadt Liebenwalde wird einen Betrag von ca. 3,8 Mio. Euro auf dem Konto verbuchen können. Für Oberhavel machen die Ausfälle der Gewerbesteuer aller Städte und Gemeinden nach jetzigem Stand ein Minus von etwas mehr als 13,2 Mio. Euro aus, wohingegen die sonstigen Steuerausfälle, zu denen u.a. Grundsteuern oder Anteile der Einkommens- und Umsatzsteuergehören mit knapp 800.000 Euro zu Buche schlagen.

Entscheidungen vor Ort stärken – Notlagengesetz verlängert!

 

Eine wichtige Entscheidung für die kommunale Zusammenarbeit in unseren Städten und Gemeinden ist getroffen. In der vergangen Woche haben wir das Kommunale Notlagengesetz bis zum 30.6.2021 verlängert und stärken damit unser vielen ehrenamtlichen Kommunalpolitiker. Mit der Verlängerung des Kommunalen Notlagengesetzes können auch weiterhin Sitzungen der Auschüsse, Stadt- und Gemeindevertretungen via Videokonferenz, als Telefonkonferenz oder in Hybridsitzungen erfolgen. Das ist wichtig, um die Handlungsfähigkeit in unseren Kommunen aufrecht zu erhalten und zollt den gewählten Kommunalvertretern Respekt für ihre oftmals schwierige Arbeit vor Ort. Mir ist wichtig, dass auch unter den Umständen der Pandemie alle Vertreter in Städten, Gemeinden, Ortsbeiräten oder Kreisen ihre Aufgaben wahrnehmen können.

Um auch in Zukunft für solche Unwegbarkeiten gewappnet zu sein, sind wir innerhalb der Koalitionsfraktionen im Landtag bestrebt auch die Kommunalverfassung des Landes Brandenburg anzupassen, um der Entwicklung auch im digitalen Zeitalter Rechnung zu tragen. Hierzu gibt es bereits erste Vorschläge und Ideen die wir auch mit dem Landkreistag und dem Städte- und Gemeindebund besprechen werden.

In der Plenardebatte am Freitag, dem 25. September durfte ich zur Verlängerung des Notlagengesetzes sprechen, welches die Kommunalen Vertretungen nun vorerst bis ins 2. Halbjahr des kommenden Jahres stärken wird. Leider musste ich feststellen, dass Abgeordnete anderer Fraktionen keinen Respekt gegenüber den Nöten der kommunalen Ebenen haben. Die Gemeinden sind das Rückgrat unseres Landes Brandenburg. Hier wird die eigentliche Arbeit von vielen Ehrenamtlichen gemacht. Wir als Landtagsabgeordnete sind dafür verwantwortlich Ihnen diese Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Rechte zu schützen und ihnen in der Ausführung dieser zu helfen.

Anbei findet ihr meinen persönlichen Redebeitrag dazu im Parlament:

https://www.youtube.com/watch?v=11MJ6z54m0o

Die ganze Debatte zu diesem Thema findet ihr auch unter:

https://www.rbb-online.de/imparlament/brandenburg/2020/24–25–september-2020/24__september_2020_-_22__Sitzung_des_Brandenburger_Landtags1.html

 

Rücksichtnahme statt Rücksichtslosigkeit

 

Dieser Sommer und die Ferien waren für alle außergewöhnlich – „Urlaub in Deutschland“ statt an „fernen Stränden“ und die Mund Nasen Bedeckung (Schutz) als ständiger Begleiter. In dieser Woche tagte der Landtag Brandenburg erneut, aber eine „parlamentarischer Sommerpause“ gab es in diesem Jahr nicht. Sondersitzungen des Haushaltsausschusses und weiterer Gremien waren notwendig, denn Corona macht bekanntlich keine Ferien.

In den letzten Tagen wurden weitere wichtige Entscheidungen im Landtag getroffen, um weiterhin gut durch diese besondere Zeit kommen. Fragen zur Strukturentwicklung der Lausitz im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Kohle standen genauso an, wie die Novelle der Brandenburger Bauordnung. Fakt ist: Das Leben geht weiter, auch unter verändertem Rahmenbedingungen. Es ist aber kein Grund zu verzweifeln oder untätig zu sein. Dies bestätigen mir auch viele Mitbürger in Wort und Schrift.

Mir war es aber in den letzten Wochen auch wichtig, mit vielen Mitbürgern ins Gespräch zu kommen. Der Austausch mit Unternehmern gehörte genauso dazu, wie der Besuch von sozialen Einrichtungen oder einfach nur das Gespräch im Bürgerbüro oder auf der Straße. Viele Fragen standen im Raum – Wie sieht der Alltag unter Corona Bedingungen für den Einzelnen aus oder was hat sich in den letzten Monaten verändert. Wo besteht Handlungsbedarf – was läuft gut, was nicht? Alles um Corona war dabei beherrschend – es beschäftigt sozusagen jeden.

Ja, viele Sorgen sind vorhanden – ob um den eigenen Arbeitsplatz oder ob die Schulen und Kitas dauerhaft offen bleiben können. Nach den Ereignissen der letzten Wochen machen sich aber auch viele Bürger oder auch Schüler Gedanken darüber, wie unterschiedlich mit dem Thema Corona in ihrem persönlichen Umfeld umgegangen wird. Es wird viel Rücksicht genommen, um andere und sich selbst zu schützen.

Es gibt aber leider auch entgegengesetzte Tendenzen. Es werden die Gefahren der Pandemie verharmlost, leichtfertig mit Kontaktbeschränkungen umgegangen. Ja, es gibt Grund zur Besorgnis, wenn Menschen tätlich angegriffen werden, nur weil sie auf das Tragen des Mundschutzes in einem Supermarkt in meiner Heimatstadt hinweisen.

Sorgen bereitet mir dabei auch, wenn gewählte Vertreter in besonderer Funktion in sozialen Netzwerken versuchen unsere Grundrechte gegeneinander ausspielen und zusätzlich Unsicherheit und Angst dabei verbreiten. „Gewalt herbeireden“ – Dies ist gefährlich und verantwortungslos. Wir alle sind gefordert, den „Verschwörungstheoretikern“ entgegen zu treten. Einige unter uns haben immer noch nicht begriffen, dass das Tragen einer Maske der „Schutz des Anderen“ ist. Der Rücksichtslosigkeit muss sich jeder einzelne entgegenstellen. Aktuell Steigende Fallzahlen von Infizierten zeigen mir – es ist noch nicht vorbei.

Nun bin ich seit einem Jahr im Brandenburger Landtag als Abgeordneter tätig und diese Wahlperiode ist sicherlich nicht zu vergleichen mit bisherigen. Abgesehen davon, dass mir die Arbeit Spaß macht, stehen jetzt und zukünftig viele schwierige Entscheidungen im Zusammenhang mit der Pandemie noch an – Die wirtschaftliche Entwicklung ist schwierig einzuschätzen und damit auch die finanziellen Risiken. Alles dies zu bewältigen gelingt allerdings nur, wenn Rücksicht und Respekt Grundlage sind. Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind keine Zukunftsoptionen.

Stadt-Kunst-Werke in Velten

 

Kunst hat unter Corona Bedingungen einen „schweren Stand“ – Ausstellungsflächen sind unter Hygiene Bedingungen nur schwer zu finden und für Besucher ergeben sich ebenfallls Einschränkungen. Jedoch hat sich der Künstlertreff Velten aber nicht abhalten lassen und Fakten geschaffen mit dem Ziel – Kunst für Velten sichtbar zu machen.

Vom 19. August – 12. November diesen Jahres sind im Foyer der Stadtwerke Velten in der Viktoriastrasse Werke von meist Veltener Künstler wie Edda Oltersdorff, Stefanie Steenken oder Petra Steinbeiß im Rahmen der Galerie “ Stadt-Kunst-Werke“ zu sehen.  Das Foyer ist nicht zum ersten Mal Ausstellungsort von Bildern, Glaskunst, Keramik Holzskulpturen und Häkelkunst.

Gerne bin ich der Einladung zur Vernissage am 19. August gefolgt, auch um mir persönlich einen Eindruck von der Vielfalt der Kunstwerke und deren „Erschaffenden und Schaffenden“ zu machen. Der Besucher wird schnell feststellen, das unter anderem auch Motive aus Velten Gegenstand der Ausstellung sind. In wechselnden Ausstellungen werden bis November alle kreativen Künstler aus der Stadt und der Region dort ausgestellt.

Ich wünsche dem wachsenden Kreis um Frau Heike Toll – dem Künstlertreff Velten viele Besucher und sage den Stadtwerken Velten GmbH vielen Dank für die Unterstützung dieser Kunstprojekte. Ich hoffe, dass die seit diesem Jahr gültige Kulturförderichtlinie einen zusätzliche Schub in der Kulturarbeit in der Stadt Velten verursacht.

Ungetrübtes Badevergnügen in Brandenburg!

 

Viele öffentlich zugängliche Badestellen an den über 3000 Seen in Brandenburg befinden sich im Rückbau. Steganlagen und Badeinseln werden demontiert oder deren Nutzung untersagt. Ursache dafür sind Gerichtsurteile zur Haftung von Kommunen und Betreibern von nicht „naturbelassenen Badestellen„. Der kommunale Schadenausgleich (KSA) hat den Gemeinden entsprechende Auflagen für das Weiterbetreiben und die Haftung für Schäden mitgeteilt. Dem können sich Städte und Gemeinden nicht verschließen, aber sie bedauern diese Entwicklung natürlich. Für betroffene Badegäste ist dieses Handeln meist nicht nachzuvollziehen, stößt bei Ihnen natürlich auch auf Verwunderung.

Aus vielen Orten erreichten mich Hilferufe von Bürgermeistern, denn die Kommunen haben weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen, um alle Badestellen in Ihrer Verantwortung „rund um die Uhr“ zu beaufsichtigen.

Dies ist weder am Bernsteinsee in Velten noch am Kremmener See möglich – Aus diesem Grunde schließen die Gemeinden Badestellen oder bauen Anlagen wie Toiletten, und Steganlagen wieder zurück. Es bleiben natürlich frei zugängliche Badestellen, an denen Badegäste auf eigene Gefahr schwimmen gehen können.

Aber ist dies eine Lösung? Nach meiner Auffassung nicht. Ich habe und werde dieses Thema mit weiteren Abgeordneten aktiv in die Beratungen meiner Landtagsfraktion einbringen und ob es zukünftig eine landesgesetzliche Regelung oder Verordnung geben wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Fest steht aber, das der Handlungsdruck gegeben ist und man dieses Thema nicht „aussitzen“ kann. Es wird sich von selbst nicht lösen. Ich bin mir sicher, der Städte -und Gemeindebund wird dabei ein starker Partner bei der Lösungsfindung sein. In anderen Bundesländern gibt es dazu bereits Lösungsansätze. Ob diese auch in Brandenburg greifen können, ist zu klären. Nicht die Nutzer insbesondere Kinder und Jugendlichen dürfen diese nicht hinzunehmende Situation „ausbaden“.

Ich wünsche mir eine schnelle Rechtssicherheit für die Bürgermeister/innen oder Amtsdirektoren/innen im Sinne der Badegäste. Es muss auch zukünftig möglich sein, eine unbeaufsichtigte Badestelle auch mit Papierkörben für mehr Sauberkeit ausstatten zu können.“

 

 

Unsere Biotonne – Wo und wie wird sie entsorgt?

 

Was passiert eigentlich mit den Inhalten der Biotonnen? Gut 30.000 Behälter (120 und 240 l) werden seit dem 01.Juli 2020 von der AWU Oberhavel alle 14 Tage vor den Haustüren entsorgt. Aber wohin verbringen die 4 LKW`s der AWU die „Abfälle“ und was geschieht mit den meist „feuchtem Inhalten“ – Da ich es genau wissen wollte, machte ich mich zusammen mit dem Geschäftsführer der AWU Oberhavel Manfred Speder auf den Weg nach Grüneberg in den Großmutzer Heuweg. Dort ist die Fa. URD Umwelt- und Recycling Dienstleistung GmbH ansässig (Ortsname passt prima zum Geschäftsmodell der URD).

Seit 1996 werden praktisch in der Mitte des Landkreises Bioabfälle zu Komposterde verarbeitet. Der Inhalt der Laubsäcke, Grünschnitt und Bioabfälle aus Berlin werden u. a. dort angeliefert. Seit Anfang Juli 2020 sind nun bereits mehr als 900 t Oberhavel Biotonneninhalte in Kompostmieten hinzu gekommen.

Und wie dies genau passiert, wollte ich erfahren – Herr Marcus Gennerich und sein Vater Rolf Gennerich (Geschäftsführer der URD GmbH) nahmen mich und den Geschäftsführer der AWU in Empfang und bereits am Eingangstor wurde deutlich, das hier mehr als nur Komposterde in verschiedenen Qualitäten aus Bioabfällen hergestellt wird. Nach einem kurzen Gespräch machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um auf dem Gelände  zwischen Grüneberg und Freienhagen (mehr als 10 ha) den Betrieb kennen zu lernen. Von der Anlieferung an der Waage bis hin zu den riesigen Betonboxen und Silos. Radlader, Schredder, riesige Siebtrommeln, Kräne und natürlich Kompostmieten prägen den Betriebshof. 

Aber was passiert nun mit dem „Biomüll“ – Am Beginn wird dieser vermengt mindestens 3 Monate gelagert. Durch mehrfache Umschichtungen wird die biologische Zersetzung befördert. In riesigen Siebtrommeln werden „Störstoffe“ wie Folienreste entfernt, denn die Qualitätsanforderungen (Gütesiegel und Bioabfallverordnung etc.) sind hoch und werden regelmäßig geprüft.

Mehr als 90 % des Endproduktes gehen direkt an Landwirtschaftsbetriebe der Umgebung, welche diesen Kompost als Ersatz für mineralischen Dünger auf ihre Felder einbringen. Ein riesiger Vorteil ist, dass dieser „Naturdünger“ die Feuchtigkeit bindet und dies schätzen die Landwirte.

Ca. 10 % der Anlieferungen erfolgen derzeit durch private Haushalte. Gartenabfälle, Laub etc. kann man anliefern und auch gleich Rindenmulch, Kieserden oder Kompostboden erwerben und mit nach Hause nehmen – Sozusagen eine „Leerfahrt“ vermeiden. Dies wird mit steigender Tendenz auch genutzt.

14 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen und im nächsten Jahr können diese Ihr 25-Jähriges Firmenjubiläum feiern. Seit 1999 sind sie durchgängig als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert und davon profitieren jetzt auch verstärkt die Oberhavelländer, denn der Bioabfall wird fachgerecht verwertet. Weniger Restabfall war das Ziel. Die „Braune Tonne“ ist auf einem guten Weg. Ich habe jedenfalls viel über Bioabfälle und deren Verwertung von der URD erfahren.