Stark wie ein Baum – Lebensträume in Grüneberg

 

Vor allem Familien mit schwer erkrankten Kindern haben es oft besonders schwer, sich den alltäglichen Belastungen zu entziehen. Die Sorgen der Eltern um das Wohl des Kindes, der eigenen Erwerbstätigkeit, aber auch die Angst möglicherweise Geschwisterkinder zu vernachlässigen, treibt sie um. Auf dem Hof Grüneberg können sie sich eine Auszeit von ihrem oft schwierigen Alltag nehmen und an sozialen und ökologischen Projekten teilhaben. Auch finanziell schwächer aufgestellten Familien ist dies über die Hof-Grüneberg-Stiftung möglich. Im Rahmen der Verleihung des Barbara-Zürner-Umweltschutzpreises 2021 wurde ich auf dieses Projekt im Löwenberger Land aufmerksam. Herr Dr. Johannes Brüning vom Hof Grüneberg weckte bei der Preisverleihung mein Interesse und für mich stand fest: „Das schaue ich mir vor Ort an“. Da hier soziales Engagement, ökologische Vielfalt und wirtschaftlicher Erfolg für die Region zusammen kommen, habe ich mich gefreut, dass so kurzfristig ein Termin mit dem Team um die Familie Brüning möglich wurde. Gefreut hat mich, dass auch unsere neu gewählte Bundestagsabgeordnete und Tony Sieg als Gemeindevertreter und SPD Ortsvereinsvorsitzender mit dabei sein konnte.

Naturschutz trifft auf soziales Engagement

Bei unserem Besuch ließen wir, die  Bundestagsabgeordnete Ariane Fäscher und ich, uns von Herrn Brüning die Umstände und den Werdegang des Hofes ausführlich erläutern.

Mit dem Naturschutzprojekt „Stark wie ein Baum“ haben sich die engagierten Grüneberger zudem einem Umweltprojekt verschrieben, welches zugleich auch Teil des Sozialprojektes auf ihrem Hof ist. 531 Obstbäume, ausschließlich alte Hochstamm-Sorten – Apfel-, Birnen-, Quitten- und Pflaumenbäume – pflanzte die Familie mit vielen Helfer*innen und errichtete somit eine Streuobstwiese, welche nicht nur den Besuchern des Hofes, sondern auch der heimischen Tierwelt zu Gute kommt. Mit einer Baumpatenschaft können sich Besucher, Unterstützer und zukünftig auch Unternehmen an der Pflege, aber auch dem sozialen Anliegen der Stiftung Hof Grüneberg beteiligen.

12 € kostet diese Baumpatenschaft im Monat verkündet Johannes Brüning und ergänzt: 6 € davon gehen an den Kinderhospiz- und Familienbesuchsdienst der Caritas, 4 € fließen in die Stiftung Hof Grüneberg und 2 € dienen als Zuschuss für die Baumpflege der Streuobstwiese, welche die Familie mit Hilfe von Fachleuten selbst durchführt. In den Herbstmonaten dürfen die Paten dann selbstverständlich auch die Ernte entgegennehmen. Doch auch mit Mostereien und Betrieben aus der Umgebung will Johannes Brüning Kontakt aufnehmen, um das Obst zumindest zu einem Teil zu verwerten, denn auch für die heimische Tierwelt soll genügend Nahrung übrigbleiben.  Viele Insekten haben sich bereits eingefunden und bereichern das Naturareal. Doch auch größere neue Bewohner sind mittlerweile dazugekommen und auf der Fläche heimisch geworden.

Ursprünglich wollten Johannes und Wendy Brüning-Bartsch dem stressigen Alltagsleben in Berlin entfliehen und sich im schönen Löwenberger Land eine neue ruhige Zukunft aufbauen, als sie Mitte der 2000er einen alten heruntergekommenen Hof in Grüneberg kauften und mit dem Ausbau begannen. Der Arzt, der aus dem Münsterland stammte und seine Frau, ursprünglich in der Sächsischen Schweiz beheimatet lernten sich als Urlaubsbekanntschaft kennen und lieben. Er, der in der Pharmaindustrie arbeitete und rund um die Welt im Einsatz war, begann gemeinsam mit ihr einen neuen Lebensabschnitt in Oberhavel. Der Ausbau des Hofes direkt am Dorfanger und gegenüber der Kirche von Grüneberg gelegen diente in der Vergangenheit als Müllplatz und -lager für die dortige Landwirtschaftliche-Produktions-Genossenschaften (LPG). 14 Jahre lang bauten die Bartsch-Brünings an ihrem neuen zu Hause, richteten Ferienwohnungen ein, gestalteten das Umfeld, bauten eine Pferdehalle, in welcher therapeutischer Reitunterricht gegeben wird und kümmern sich um ihre kleinen und großen Gäste.

Aus dem Wunsch einen Hund und eine Katze und vielleicht auch ein Pferd zu besitzen, wurde ein regelrechter kleiner landwirtschaftlicher Betrieb. Hunde, Katzen, Gänse, Kaninchen, Ziegen und Pferde bestimmen das Bild des Hofes. Ein Angestellter und eine FÖJ-lerin (Freiwilliges Ökologisches Jahr) kümmern sich um die Versorgung der Tiere. Viele Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen Jahren allein oder gemeinsam mit ihren Eltern den Hof besucht und in den bis 2017 neu eingerichteten 7 Ferienwohnungen schöne Urlaube verbracht.

Johannes Bartsch-Brüning, Gründer der Stiftung Hof Grüneberg ist stolz darauf, dass alle seine Ferienwohnungen barrierefrei ausgebaut und errichtet sind. Vornehmlich nehmen er und seine Frau Familien mit Kindern auf, die schwere Krankheiten durchlaufen und eine Auszeit nötig haben. Über die Stiftung und mit Hilfe des Caritas-Hospiz-Dienstes wird diesen Familien ein kostengünstiger oder sogar kostenfreier Urlaub im Grünen ermöglicht, den sich viele in einer so schweren familiären Situation sonst nicht erlauben oder leisten würden. Die Auszeit im Grünen, die Tiere, die weitläufigen Felder und Wiesen bis hin zur nun vom Landkreis Oberhavel honorierten Naturschutzprojektidee lassen sie manch schwere Alltagsstunde vergessen.

„Shropies in Grüneberg“

Nachdem das Gelände um die Streuobstwiese zunächst durch einen Zaun vor den durchziehenden Dammwildbeständen geschützt wurde, musste sich Familie Brüning auch Gedanken um die weitere Pflege der Anlage machen. Insgesamt leben auf der Fläche mittlerweile 24 Shropshire-Schafe – eine besondere Gattung, welche keine Triebe von jungen Bäumen frisst – sie halten die Grasflächen kurz, und aus der Wolle hat die Familie derweil warme Jacken herstellen lassen. Doch auch diese Neubewohner benötigen nun Schutz. Da im Naturschutzgebiet, in welchem die Wiese der Familie Bartsch-Brüning liegt auch Wölfe herumstreifen, benötigte es eines stabileren Zaunes. „Bisher haben wir keine Probleme damit“, so Bartsch-Brüning. „Wir leben hier im Einklang mit der Natur, den Tieren und Menschen. Das ist es, was uns wichtig ist und was unser Leben lebenswert macht.“

                                                               

„Der Enthusiasmus von Familie Bartsch-Brüning ist enorm und zeigt, wie wichtig ein Miteinander in unserer Gesellschaft ist“ sind Ariane Fäscher und ich uns schnell einig und sind der Meinung: „Die Verleihung des Umweltschutzpreises an dieses besondere Projekt war eine hervorragende Entscheidung der Jury und hat somit auch das Bewusstsein für die vielen sozialen Projekte der Familie geschärft und sie bekannt gemacht.“

                                                               

„Das Gold der Uckermark“

 

Wussten Sie, dass einmal Tabak in der Uckermark rund um Schwedt angebaut und verarbeitet wurde? Es war das „Gold“ der Uckermark. Dass heute so gut wie alle Kraftstoffe, welche wir in unserer Region verbrauchen in Schwedt raffiniert werden oder dass all unser Altpapier in der Papierfabrik direkt an der Oder ein zweites oder drittes „Leben“ bekommen, also recycelt werden? All dies geschieht in der uckermärkischen Stadt.

Zu Wochenbeginn besuchte ich meinen Kollegen, den Landtagsabgeordneten Mike Bischoff (Sprecher für Tourismus), in seiner Heimatstadt. Die Stadt liegt im Nordosten Brandenburgs, in einer wunderschönen Naturlandschaft nahe der polnischen Grenze. Die Stadt selbst sticht durch ihre Kombination aus Neu- und Altbauten, sowie ihre geschichtsträchtigen Denkmälern hervor. Sie ist ein lebendiges Beispiel für den Stadtumbau, für den geförderten Wohnungsbau nach 1990 und damit war mein Interesse als Fachpolitiker geweckt, sich dies mit einem „Fachmann“ vor Ort anzuschauen. Auslöser war aber auch, das in meiner Heimatstadt Velten in diesen Tagen der Marktplatz in der Ortsmitte umgebaut und ein „Wasserspiel“ entsteht. Da in Schwedt in den vergangenen Jahren ebenfalls die Ortsmitte mit Städtebaumitteln des Bundes neu gestaltet wurde, war es die Gelegenheit sich vom Fortschritt an anderer Stelle ein Bild zu machen.

 

Handel und Wandel

Vor nicht mehr als 30 Jahren gehörte die, im zweiten Weltkrieg in großen Teilen zerstörte Stadt, Schwedt, mit über 52.000 Einwohnern, und einer starken Industrie zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten der ehemaligen DDR. Im Negativen war sie auch bekannt als Standort des Militärgefängnisses der NVA und Grenztruppen. Nach dem Untergang „des real existierenden Sozialismus auf deutschem Boden“ hat Schwedt jedoch einen deutlichen Bevölkerungsrückgang erlebt, der vor allem durch die Deindustrialisierung und eine damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet war und die Abwanderung zu massiven Wohnungsleerstand führte. Dennoch ist die Stadt heute wieder erstarkt und einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Brandenburg.

Wir Oberhav’ler können uns sicher sein, dass beispielsweise all unser Altpapier einmal in der Schwedter Papierfabrik des Unternehmens LEIPA landet und dort zu neuen Produkten verarbeitet wird, so wie insgesamt 1,2 Mio. Tonnen Papier und Pappe jährlich. Darüber hinaus verarbeitet die ansässige PCK-Raffinerie Erdöl und versorgt mit diesem 95 Prozent des Brandenburgischen und Berliner Raumes mit Kraftstoffen wie Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl. Fahren wir also mit unserem Auto an die Tankstelle, so tanken wir mit hoher Wahrscheinlichkeit Kraftstoff, der direkt aus dem uckermärkischen Schwedt stammt.

                                                                       

Gegen das Vergessen

Auch war das von ländlichem Raum umgebene Schwedt lange Zeit ein Anbau-, Ernte- und Produktionsort von Tabak. Was bis heute davon bleibt, ist das Tabakmuseum Schwedt, in welchem die Geschichte der Tabak-Landwirtschaft der Stadt bewahrt und sogar die Rauchgewohnheiten bekannter Persönlichkeiten thematisiert werden. Ebenfalls erinnert das, in der schönen Einkaufspassage der Innenstadt neu errichtetem Tabak-Wasserspiel, an die einst in der Stadt florierenden Tabakhandel.

Zusammen mit Mike Bischoff nutzte ich die Gelegenheit, mehr über die Geschichte der Stadt Schwedt zu erfahren. So blieb ein Besuch des jüdischen Museums nicht aus. Dort erlebten wir hautnah, wie jüdisches Leben die Stadt im 18. und 19. Jahrhundert prägte, aber auch, wie sich dieses mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 veränderte. Das Museum, mit seinem noch gut erhaltenen jüdischen Ritualbad (Mikwe), ist ein Ort, an dem Geschichte bewahrt und sichtbar gemacht wird, ein Ort, der dem Vergessen entgegenwirkt. Er lädt ein, sich mit den Menschen jüdischen Glaubens zu befassen, welche die Stadt geprägt haben. Mit Fördermitteln der EU ist aber auch ein Begegnungsort entstanden. Die Fundamente der bei der Reichskristallnacht am 9.November 1938 zerstörten Synagoge sind freigelegt worden und diese bilden heute das „Fundament“ zur Auseinandersetzung und Bewahrung auch dieses Teiles der Geschichte der Stadt.

                                                                                                                                                                                              

Veltener Biomilch und der Bedarf an Fachkräften

 

Das Schild „Hofladen“ ist aus Hennigsdorf kommend an der Einfahrt zum Veltener Businesspark nicht zu übersehen. Zusammen mit meinem Landtagskollegen Johannes Funke (agrarpolitischer Sprecher) haben wir den „Luisenhof“ Milchmanufaktur und den darin integrierten Hofladen mit seinem reichhaltigen Bioangebot besucht. Gemeinsam mit Dr. Kirsten Böhmann (Geschäftsführerin) haben wir uns über die Potienziale und Probleme der Zulieferung und Verarbeitung von Milchprodukten in Brandenburg und unserer Region ausgetauscht. Die authentischsten Informationen brkommt man immer vor Ort, bei den Menschen oder Unternehmern, welche sich täglich mit den Problemen und Lösungen in „Ihrem Fach“ auseinandersetzen.

Die Luisenhof Milchmanufaktur stellt in der Molkereibranche einen Bioland- und Demeter-zertifizierten, brandenburgischen Vorzeigebetrieb dar. Produkte aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch werden in der Veltener Milchmanufaktur hergestellt. Über 30 Millionen Liter Milch verarbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Molkerei jährlich, mit dem Ziel auf 40 Millionen Liter zu wachsen. Die Erzeugnisse liefert die Luisenhof Milchmanufaktur, neben dem Verkauf vor Ort, bundesweit an Biosupermärkte und ausgewählte Einzelhandelsketten.

Es wurde deutlich, dass die Milchmanufaktur mit den Milcherzeugerinnen und Milcherzeugern Hand in Hand arbeitet, der Rohstoff Milch und das Personal in der Erzeugung und Verarbeitung jedoch begrenzt sind. So findet in landwirtschaftlichen Betrieben des Havellandes kaum Bioland- oder Demeter-zertifizierte Milcherzeugung statt. Den Rohstoff Milch kauft die Luisenhof Milchmanufaktur deshalb unter anderen in Mecklenburg-Vorpommern ein.

Entstanden aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb „Luisenhof“ in Wiebendorf eröffnete Anfang 2019, auch mithilfe einer Förderung über die Investitionsbank des Landes Brandenburg, die Molkerei in Velten. Auch heute noch entstammt ein Teil der Bio-Milch aus dem Familienbetrieb in der Nähe der Elbe.

Die BioMolkerei Velten möchte wachsen. Im Rahmen der Nachhaltigkeit ist deshalb eine Erweiterung auf Mehrweg-Frischmilch in Planung. Zum Wachsen gehört aber nicht nur Fläche, Erweiterungsbau usw. sondern auch Personalzuwachs. Zum Fachkräftebedarf tauschten wir uns mit Frau Böhmann und Herrn Michael Müller aus, da wie viele andere Branchen „händeringend“ auch heute schon nach Personal gesucht wird, um den Produktionsablauf zu sichern und möglichst noch Umsatzwachstum zu generieren. 

Bereits im Sommer 2020 habe ich die Milchmanufaktur besucht und bin immer wieder begeistert, mit welcher Leidenschaft dort gearbeitet wird.  

                                   

St. Joseph – Ein besonderes Jubiläum!

Am 27.09.1896 ist die St. Joseph-Kirche in Velten durch Prälat Dr. Jahnel eingeweiht worden. Vor 125 Jahren wurde die Kirche in der Schulstrasse errichtet, welche nach Plänen des Oranienburger Architekten und Maurermeisters Wilhelm Daßler entstand.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum stellte Erzbischof Dr. Heiner Koch in seiner Predigt die Frage: „Brauch Gott ein solches Gebäude?“ Er gab auch anschliessend die Antwort: „Gott selbst braucht es nicht, aber wir Menschen. Menschen brauchen Orte, in denen sie sich mit gleich Gesinnten treffen können. Die Kirche gibt Ihren Gläubigen Rückhalt, Kraft und Unterstützung.“

Das Josefsjahr wurde am 08. Dezember 2020 von Papst Franziskus ausgerufen und ist eine Erinnerung an den 150 Jahrestag der Erhebung des HI.Josef zum Schutzpatron der ganzen Kirche. Dem Heiligen Vater ist es wichtig zu zeigen, welch eine große Bedeutung der HI. Josef für die Christen und deren Gemeinden hat.

Die katholische Kirche in Velten engagiert sich für die Senioren, wie auch für die Jugend. Jeder ist dort willkommen. Seit April  diesen Jahres ist Pater Matthäus der Pfarrer in der Gemeinde. Er möchte nach den schwierigen Bedingungen in der Corona Zeit, dass die Kirchengemeinde sich verstärkt in der Ofenstadt einbringt und sich z.B. über soziale Projekte präsenter wahrgenommen wird. Dies würde ich sehr begrüßen. Ich habe im Gespräch mit dem Bischoff und dem Pater auch deutlich gemacht, dass ich mir eine „offene Kirche“ wünsche. Mit dem Gemeinderaum und den aktiven Mitgliedern der Gemeinde sehe ich hier viel Potential für das gesellschaftliche und gemeinwohlorientierte Miteinander. Die Veranstaltung mit Ihren aktiven „Gestaltern“ und „Mitmachenden“ zeigte mir, mit welcher Freude und Einsatz man dabei ist. Mein Dank gilt auch dem Gemeindemitglied Jakob Wittreich, welcher mir viel zur Geschichte und zum Wirken der katholischen Gemeinde in unserer Heimatstadt berichtete.

Es war für mich wie gesagt überraschend, dass vom Spendenladen bis zu den Gläubigen aus den Nachbargemeinden Oranienburg, Hennigsdorf oder Birkenwerder die Veranstaltungswoche so gut besucht und gefeiert wurde. Es war ein wirklicher Tag „Der offenen Kirche“.

Die katholische Gemeinde hat einen festen Platz im religiösen und gesellschaftlichem Leben der Ofenstadt.

Meinen Herzlichen Glückwunsch zu diesem 125. Kirchweihjubiläum St. Joseph Velten

                                       

               

Stadler Rail investiert in der Region

 

Am 27. September 2021 hat Stadler in Schönwalde-Glien im OT Perwenitz seine Tore offiziell geöffnet. Bedingt durch die Corona Pandemie wurde die feierliche Eröffnung um einige Monate verschoben. Im Frühjahr 2021 ist dort das Drehgestell-Revisionszentrum mit angeschlossenem Logistikzentrum an den Start gegangen. Neben Berlin Pankow und Velten eine weitere wichtige Standortentscheidung des Konzerns aus der Schweiz. In Perwenitz direkt an der A10 wird die Revision und Reparatur von Drehgestellen von Schienenfahrzeugen vorgenommen. Auf 4.300 m² Produktionsfläche werden Drehgestelle komplett zerlegt, gereinigt und geprüft. Verschleißteile werden erneuert und am Ende steht ein Drehgestell, welches einem neu produzierten in nichts nachsteht. Meist Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzen diese Dienstleistung von Stadler und natürlich Stadler selbst. Qualität und Liefergenauigkeit haben höchste Priorität. 

Johannes Funke (Landtagsabgeordneter aus Havelland) und ich sind sehr gerne der Einladung von Stadler gefolgt. Der Bürgermeister der Gemeinde Schönwalde- Glien und Vertreter des Landkreises Havelland haben diese Engagement begrüßt und für sehr schnelle Genehmigungsverfahren gesorgt. Über 10 Mio. € wurden bereits investiert. Der Um – und Ausbau der Hallen und die Installation sehr hochwertiger Produktions – und Messanlagen sind in einem beeindruckenden Tempo umgesetzt worden, um den Standort ans „Netz“ zu bekommen.

Herr Becker Standortleiter hat uns in einer Führung einen Einblick in Ihre Arbeit gegeben. Momentan besteht das Team aus ca: 44 Mitarbeitern wird aber in den nächsten Monaten noch wachsen. Es stehen schon neue Mitarbeiter in den Startlöchern, die in Schweiz erst mal eingearbeitet werden. Das Inbetriebnahmezentrum von Stadler in Velten dürfte ich bereits kennen lernen und mich davon überzeugen, das Stadler keine „halben Sachen“ macht. An diesem Standort wurde in der Vergangenheit ebenfalls investiert. Velten und Berlin werden von dem Standort in Schönwalde- Glien profitieren.  Stadler kann nun weitgehend auf Fremdvergaben von Drehgestellrevisionen und Reparaturen verzichten. Dadurch wird die Zeit einer Revision verkürzt und zusätzliche Transportwege und damit CO2 eingespart. 250 Drehgestell-Revisoren werden zukünftig im Ein-Schichtbetrieb durchgeführt werden können.

Es ist wichtig, dass Schienenfahrzeugbauer in Brandenburg ein festes Standbein haben, denn dieser Industriezweig hat eine lange Tradition. Zusätzliche Angebote im Bahnverkehr, zusätzliche Fahrkilometer im SPNV sind ein wichtiger Bestandteil, um Klimaziele zu erreichen. Unternehmen wie Stadler sichern, bauen aus und erweitern Industriestandorte. Sie schaffen hochwertige Industriearbeitsplätze und damit sichern sie auch unseren zukünftigen Wohlstand.

25. Sommerfest der PuR Hennigsdorf

 
 
Samba und eine „Stadt für Alle“ – so könnte man das Sommerfest „Grenzenlos“ der PuR gGmbH und der HWB-Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft zusammen fassen. Im Innenhof des Albert-Schweitzer-Quartier I wurde die Übergabe von 114 Wohnungen an die Hennigsdorfer am 17. September gefeiert. Und die Veranstalter brachten richtig Stimmung in den Innenhof als die Samba Tänzerinnen der COPACABANA SAMBASHOW & BOSSA NOVA JAZZ aufliefen und die Zuschauenden in Ihren Bann zogen. Auch wenn bis in den Abend hinein noch mit ROLOG gefeiert wurde, so machte Thomas Günther und auch HWB Geschäftsführer Holger Schaffranke deutlich, welch wichtiges Wohnungs- und Stadtprojekt für Wohnen und Integration hier übergeben wurde.
28 Mio. € hat die HWB investiert, von den 114 neuen Wohnungen haben 86 den Status „geförderte Sozialwohnungen“ mit Kaltmieten ab 5,50 €/m².
Von den 3.100 Wohnungen der HWB sind somit 600 mietpreisgebunden. Städtebaulich hat sich eine Lücke geschlossen und durch den Nachbarschaftstreff der PuR wird auch vor Ort Sozial- und Integrationsarbeit für das multikulturelle Quartier geleistet. Die Bewohner werden aktiv in die Umfeld Gestaltung (Hochbeete uvm.) einbezogen. Auf das „Miteinander“ wird Wert gelegt und nicht nur das Nebeneinander. 25 Sommerfeste der PuR – Dieses war sicherlich auch für das Team der gemeinnützige Projekt- und sozialen Regionalentwicklungsgesellschaft um die Geschäftsführerin Annette Koegst ein ganz besonderes.
Insbesondere den Kindern war die Freude anzumerken und diese haben die vielfältigen Angebote, ob Kletterwand von der Sportjugend Brandenburg, das INFO-MOBIL „TOLERANTES BRANDENBURG“ oder der kostenlosen Codierung von Fahrrädern durch die Präventionsstelle der Polizei wurden gerne angenommen. 
Mich hat besonders erfreut, das hier Mittel des Bundes und des Landes durch eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft in Anspruch genommen wurden, um in der Stadt Hennigsdorf weiterhin mietpreisgebunden Wohnraum zu sichern und auszubauen. 
 
Im nachfolgenden Video sieht man einige Impressionen des Festes.
 
 

Der Königreichssaal in Velten

Der Königreichsaal der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas am Havelring im Velten Businesspark ist vielen als religiöser Veranstaltungsort eher unbekannt. Ich traf mich in dieser Woche mit zwei Vertretern (Älteste) der Religionsgemeinschaft, um mir vor Ort einen persönlichen Eindruck über deren Wirken und dem Ort selbst machen zu können.

2019 kam ich erstmalig in Kontakt mit Herrn Carsten Loth von den Zeugen Jehovas. Damals fand in Hennigsdorf die Stolpersteinverlegung für Wilhelm und Klara Busse statt, an welcher auch Vertreter der Zeugen Jehovas teilnahmen. Wilhelm Busse trat 1923 den Zeugen Jehovas bei und wurde getauft. Unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde die Religionsgemeinschaft und deren Anhänger verfolgt. Ihr Glaube verbietet es, andere Menschen zu töten und damit verbunden ist ein Dienst „an der Waffe“ für sie ausgeschlossen. Auch der Hitlergruß war Ihnen damals unmöglich, da der Gott Jehova als „alleiniger Befehlshaber“ für sie steht. So wurde auch Wilhelm Busse 1935 und 1936 aufgrund seines Glaubens inhaftiert und kam 1937 ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Das Wilhelm Busse 1950 erneut verhaftet und zu 8 Jahren Zuchthaus aufgrund seiner Glaubensausübung in der DDR verurteilt wurde, ist bezeichnend für zwei aufeinanderfolgende Diktaturen. Er verstarb an den Folgen der Haft 1957. Mit der Verlegung der Stolpersteine wurde auch daran erinnert, das nicht nur Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter usw. inhaftiert und getötet wurden, sondern auch viele andere Gruppen. Die Zeugen Jehovas gehörten dazu. 

Bis zum heutigen Tage werden Gläubige dieser Religionsgemeinschaft in einigen Ländern verfolgt. Aktuell wäre dabei auch Russland zu nennen. Dort müssen die Gläubigen mit Verhaftung und Restriktionen rechnen, sofern sie Ihre Glaubensrichtung praktizieren. Gut, dass dies in unserer demokratischen Grundverfassung nicht denkbar ist, denn die freie Religionsausübung wird im Grundgesetz garantiert.

Corona hat mir lange den Besuch am Standort in Velten verwehrt. Die Zeugen Jehovas haben sich von Beginn der Pandemie an bis heute nicht persönlich zu Ihren Versammlungen (Kongressen) treffen können und natürlich waren Besuche von Gästen damit ausgeschlossen. Die religiöse Gemeinschaft stellte bei Ausbruch der epidemischen Lage auf digitale Formate zum Beispiel Videokonferenzen um. Man half sich Untereinander, um die Teilnahme aller Gläubigen an den digitalen Treffen zu ermöglichen.

Nun begrüßte mich Herr Loth und Herr Reinsch, zwei der Ältesten von den Zeugen Jehovas. Ich habe mich sehr gefreut, miteinander ins Gespräch zu kommen.  

Offen sein für alle Glaubensrichtungen und deren Inhalte zu erfahren, war mir wichtig. Dazu gab es einen sehr detaillierten Austausch zu den Inhalten und Werten der Glaubensrichtung. Zu erfahren, wie und in welchem Rahmen die religiöse Ausübung in Velten und sicherlich auch anderswo organisatorisch praktiziert wird, wurde deutlich.

Natürlich haben wir uns auch zu inhaltlichen und religiösen Unterschieden zu anderen Glaubensrichtungen ausgetauscht. Das dies auch sehr praktische Auswirkungen im Leben eines jeden Zeugen Jehovas hat, darüber ist vielfach geschrieben und auch dokumentiert worden. Allerdings werden auch viele nicht zutreffende Sachverhalte vor allen Dingen in sozialen Medien verbreitet. Ich empfehle in solchen Situationen, sich mit den Quellen auseinander zu setzen und ggf. das Gespräch mit der Glaubensgemeinschaft direkt zu führen. Dies trägt auf jeden Fall dazu bei, sich ein sehr persönliches Bild machen zu können, ohne dabei alle Ansichten teilen zu müssen.

Die wöchentlichen Treffen werden sicher bald wieder statt finden können und die Räumlichkeiten am Havelring mit Leben erfüllt sein. Ich hatte nun Gelegenheit diese kennen zu lernen. Diese sind schlicht und praktikabel für Großveranstaltungen ausgeführt. Sie bieten aber auch Rückzugsmöglichkeiten und Beratungsräume für die Vorbereitung und Durchführung  der religiösen Treffen.

Hervorzuheben ist dabei sicherlich der Große Saal, in welchem bis zu 2.300 Personen Platz finden. Kongresse nicht nur deutschlandweit, sondern auch internationale Treffen fanden hier schon statt. So manch internationaler Gast kennt die Stadt Velten aufgrund seines Glaubensbekenntnisses zu den Zeugen Jehovas.

Aufgefallen ist mir der Zusammenhalt innerhalb der Glaubensgemeinschaft, wie auch Ihren gegenseitige Unterstützung in allen Lebenslagen. Dies fand ich sehr bemerkenswert. Das „Füreinander“ ist sehr ausgeprägt. Ein Besuch der sich gelohnt hat und sicher wird zukünftig auch ein „Tag der offenen Tür“ bei welchem sich jedermann ein eigenes Bild machen kann, stattfinden.

 

 

         

 

Präsenzstelle Velten – Glückwunsch!

 

Vor genau einem Jahr, am 09.09.2020 hat die Präsenzstelle im Regionalen Wachstumskern OHV in Velten ihre Arbeit aufgenommen. Die Ministerin für Wissenschaft und Forschung Manja Schüle gab vor einem Jahr im Beisein von Vertretern der Hochschulen den Startschuss für das geförderte Projekt. Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, heute Morgen der Leiterin Mareen Curran zum „Einjährigen“ Wirken mit einer kleinen Torte zu gratulieren. Die Anlauf- und Schnittschnelle der Hochschulen ist „präsent“. Davon konnte ich mich auch heute wieder überzeugen. Mareen Curran berichtete mir mit großer Begeisterung, wie spannend ihr erstes Jahr war, denn mit den Erfahrungen der weiteren Präsenzstellen im Land, musste erst einmal eine gewisse „Aufbauarbeit“ gemanagt werden. Mit Unterstützung von Josephine Stolte, als weitere Mitarbeiterin vor Ort wird „genetzwerkt“, um für Schülerinnen und Schüler, für Unternehmen, für die Technische Hochschule Brandenburg und die Universität Potsdam Bildungsangebote und Informationen in die Region zu bringen

Die Präsenzstelle bietet darüber hinaus Unternehmen aktive Unterstützung an, um junge Menschen und Unternehmen zusammenzubringen. Die Vernetzung der Unternehmen und Studierenden wird weiter ausgebaut, um Fachkräftesicherung auch in Oberhavel zu befördern. Eine Vielzahl von Jugendlichen wurden im ersten Jahr beraten und bereits an Universitäten erfolgreich vermittelt.

Ich freue mich sehr darüber, dass die Präsenzstelle gut angenommen wird und diese in meiner Heimatstadt Velten zentral am Bahnhof, gut erreichbar, ihr Domizil gefunden hat.  Ich bin mir sicher, dass an dieser Stelle so manche Zukunftsperspektive von jungen Menschen und Unternehmen ihren Anfang nehmen wird.

 

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg wünsche ich für die nächsten Jahre.

 

 

Ein vergiftetes Wahlgeschenk?

 

Zu meiner 40. Rede im Landtag konnte ich zusammenfassend für die gesamte Koalition auf einen Oppositionsantrag eingehen, der vielen viel verspricht, aber bei genauer Betrachtung für viele vieles teurer machen würde.

Die AfD-Fraktion verlangte in einem Gesetzentwurf, dass bereits bezahlte Wasser- und Abwasseranschlussbeiträge aus der Vergangenheit durch die Wasser- und Trinkwasserzweckverbände wieder zurückgezahlt werden. In der Vergangenheit gab es dazu bereits Klagen und Urteile bis hin zu einem Bundesverfassungsgerichtsurteil im Jahr 2015.

Daraufhin wurden die Zweckverbände gezwungen, sich bei der Auslegung an geltendes Recht des Landes Brandenburg zu halten. Nicht das Kommunalabgabengesetz (KAG) war verfassungswidrig, sondern deren Anwendung durch die Zweckverbände. Rechtswidrige noch nicht bestandskräftige Bescheide wurden zurückgenommen und Beiträge zurückgezahlt. Ja, sogar bestandskräftige Bescheide wurden zum Teil erstattet. Das Land hat bei der Umsetzung dieses höchstrichterlichen Urteils die Zweckverbände mit Krediten und Zuweisungen für Verwaltungsaufwendungen unterstützt.

Wer aber, wie die AfD, alle jemals bestandskräftig gewordenen Bescheide zurückzahlen möchte, bringt die meist kommunalen Aufgabenträger unmittelbar in finanzielle Schieflage. Völlig ausgeblendet hat die AfD, dass die Zweckverbände nur kostendeckend arbeiten dürfen – ein Grundsatz des KAG! Dies heißt, hätte dieses Gesetz eine Mehrheit gefunden, müssten alle Gebührenzahler mit höheren Beiträgen rechnen.

Solche vergifteten Geschenke lehne ich ab!

Die gesamte Rede findet Ihr im nachfolgenden Link.

Redebeitrag zur Änderung des Kommunalabgabengesetz.mp4

 

Bio aus der Ofenstadt

 

Das Velten zu einem Zentrum der Bio-Lebensmittelwirtschaft wird, hat wohl nicht nur mit der verkehrsgünstigen Lage zu tun. Ob bei der BIO COMPANY, an der Fleischtheke oder vielen Lebensmittelmärkten im Milchregal, findet man Produkte aus der Ofenstadt. Neben dem „Luisenhof Milchmanufaktur“ im Veltener Businesspark, hat sich seit einigen Jahren auch die Biomanufaktur Havelland etabliert. Diese stellt Wurst- und Fleischwaren in Bioqualität her. Das  zu verarbeitende Fleisch für die Produktion, bezieht das Unternehmen aus der Region und sichert somit auch Arbeitsplätze in der Landwirtschaft der Region.

„Das ist uns wichtig“, sagt Geschäftsführer Thomas Schubert. Es macht keinen Sinn Tiere quer durch die Republik zu fahren und das Fleisch für die Verarbeitung dann erneut über hunderte Kilometer zurück bis zur Verarbeitung. Gemeinsam mit meinem Landtagskollegen Johannes Funke, Agrarsprecher der SPD-Landtagsfraktion und Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland, diskutierten wir unter anderem auch das „Für und Wider“ von Schlachtkapazitäten in der Region Berlin-Brandenburg.

Das Unternehmen „Biomanufaktur Havelland“ welches vorrangig Schweine- und Rindfleisch verarbeitet, möchte dem ständig steigenden Bedarf entsprechen und sich am Standort erweitern.  Waren es zu Beginn knapp 20 Mitarbeiter*innen so haben heute 70 Angestellte einen Arbeitsplatz in der Ofenstadt. Auch einige Veltener*innen haben dort wohnortnah ihren Job gefunden, wie ich freudig bei meinem Rundgang feststellen konnte.

Einen Großteil der verarbeiteten Produkte liefert die Biomanufaktur an die BIO COMPANY, aber auch Mensen, Kindergärten oder etablierte Imbissanbieter, werden mit frischen Produkten in Bio-Qualität beliefert. Dabei wird der Betrieb regelmäßig zertifiziert und geprüft. Auch die Lieferanten, welche das Tierfleisch produzieren, vom Schlachthof bis zum Zerlegebetrieb wird zertifiziert. Dies beginnt beim Tierfutter und endet bei den verwendeten Gewürze in der Verarbeitung. Das Biosiegel hat höchste Priorität!

Der Rundgang durch den Betrieb zeigte deutlich, wie professionell und konzentriert hier gearbeitet wird und werden muss. Herzlichen Dank an Herrn Schubert und Frau Metka für diesen interessanten Einblick in die Lebensmittelproduktion „Made in Velten“. Die Planungen zur Erweiterung des Standortes sehen auch einen Direktverkauf vor Ort vor. Sicherlich kommen dann noch weitere Produkte in das Sortiment und man hat dann die „Bio Fleischtheke“ in Velten vor Ort“.